Sprecher und Pianistin machen Liebe von Goethe und Christiane im Drostenhof lebendig

Münster-Wolbeck. „Sie haben mir ein anderes Bild von Goethe vermittelt“: So dankte Raymund Droste zu Senden, Vorsitzender des Förderkreises Drostenhof, den Künstlern eines gut besuchten Abends im Rittersaal des Drostenhofes.

Nicht zuletzt entstand auch ein anderes Bild der wichtigen, vielfach unterschätzten Frau an der Seite des vor 180 Jahren Verstorbenen, Christiane Vulpius, später Christiane von Goethe. Aus dem Briefwechsel der beiden lasen am Donnerstagabend Monica Leuer-Rose und Rolfrafael Schröer. Als der Geheime Staatsrat Goethe 1792 einen Feldzug seines Herrschers begleiten muss, beginnt die Korrespondenz, einzigartiges Zeugnis eines ungewöhnlichen, viel Anstoß erregenden Liebesverhältnisses, einer „Liebes- und Lebensgemeinschaft“ (Schröer),  die 28 Jahre Bestand hatte, bis zu ihrem elenden Tod.
„Weil ich dich ganz entsetzlich lieb habe“, schreibt er ihr, schickt ihr Geschenke, und sie schließt einen Brief: „Leb wohl, ich sehe, wie du an mich denkst“.

Aber das Private dominiert: „Mach mir nicht zu viel Äugelein“, ermahnt sie ihn und drängt ihn zur Heimkehr, wobei sie intensiv mit ihrer „Hasigkeit“ kokettiert. Schröer und Leuer-Rose sind ausgebildete Sprecher, man spürt es, sie machen die Lebensfreude und Innigkeit der beiden in Worten lebendig wie Esser in der Musik. Starker, verdienter Applaus war ihnen sicher. Noch ein Geburtstagsanlass führt zur nächsten, vorletzten Veranstaltung des Förderkreises im Drostenhof: Über den „Alten Fritz“, Friedrich II.,  und seine Bezüge zu Westfalen referiert Dr. Martin Sprungala (27.04). Das letzte Konzert im Drostenhof lädt mit zu einem Streifzug durch die Epochen mit Klavier und Violine ein (19.05.).

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