Busoni-Trio präsentierte Gedankenwelt der Romantik im Drostenhof

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Münster-Wolbeck. Suchen und Tasten stecke hinter dem Denken der Romantik, erklärte Heike Eickhoff, und diese Suche galt der „blauen Blume“ der Romantik. Die verlieh ihren Namen am Samstagabend dem Konzert des Busoni-Trios im Drostenhof.

Ernste Romantik zum Frühlingsbeginn

Thomas Reckmann spielte das Klavier; die Querflötistin Elisabeth Budde und die Oboistin Heike Eickhoff kennt man in Wolbeck schon aus dem Bischopink-Trio, das 2005 musikalisch den Frühling eröffnete. Der damaligen südlichen Leichtigkeit stand nun die Romantik gegenüber. Und einige Überraschungen im Programm: Domenico Cimarosas lebendiges Konzert für zwei Flöten ist eher selten zu hören, verstärkt gilt das für den Höhepunkt des ersten Teils: Gustav Schrecks Sonate op. 13 für Oboe und Klavier. Eine ganze Geschichte etwa von Joseph von Eichendorff kann man sich im Geiste von diesem reichen Stück untermalen lassen. Eickhoff bewältigt das nicht nur in der Länge anstrengende Stück, spannungsgeladen zu Beginn, jagend zum Ende, mit Bravour. Budde zeigte im kurzfristig noch neu arrangierten Programm die große Kunst der Querflöte, mit Niccolo Paganinis Sonate e-Moll für Flöte und Klavier. Grippale Störversuche waren der Grund für die Änderung. Das kürzte den Querflöten-Teil, beeinträchtigte ihn aber nicht.

Bildmächtig gestalteten Klavier und Oboe Elgars „Salut d’Amour“; es lässt den Hörer noch leicht winterschläfrig durch erste Frühlings-Sonnenstrahlen lustwandeln.

Suchend und Tastend

Suchen und Tasten mag man in Tchaikovskys von Reckmann einfühlsam gespieltem Wiegenlied hören: Mit seinen Disharmonien wird es kein ruhiger Schlaf sein.
Spannung schuf auch der tragisch und düster klingende Part „Wohin?“, überraschend angesichts des harmlos klingenden Titels von Schubert: „Die schöne Müllerin“. Budde scheute auch höchste Schwierigkeitsgrade nicht: Bozzas „Fantaisie Pastorale“.
Die Gäste des Fördervereins Drostenhof zollten der Leistung Respekt und spendeten reichlich Applaus. Die Dankes-Blumen waren dann aber gelb und rot.