Danzig – Eindrücke städtischen Lebens in der Malerei der Romantik

Wolbeck. Verträumte Gassen, stolze Gebäude, Hafentreiben: Zeitlos schöne Eindrücke städtischen Lebens präsentierte Wioleta Pienkowska-Kmiecik M.A. am Sonntag, 27. März, in ihrem Vortrag „Stadtromantik in der Malerei – Romantik in Danzig im 20. Jahrhundert“ im Westpreußischen Landesmuseum (Drostenhof Wolbeck). Sie kam auf Einladung von Magdalena Oxfort M.A., Kulturreferentin für Westpreußen, Posener Land, Mittelpolen, Wolhynien und Galizien, nach Wolbeck. Die deutsche Übersetzung ihres Vortrags wurde von Georgios Paroglou, Student der Kunstgeschichte und Mitarbeiter der Kulturreferentin, vorgetragen. Zahlreiche Zuhörer waren zu der Vortragsveranstaltung ins Museum gekommen. Sie erhielten einen Einblick in das Schaffen von Malern in Danzig und Westpreußen während der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Der Tradition verpflichtete Künstler, aber auch Maler der Avantgarde widmeten sich unter anderem der Darstellung der Danziger Stadtlandschaft und der Umgebung der Stadt, hieß es im Vortrag. Beide Strömungen beeinflussten sich gegenseitig und verschmolzen miteinander. Die Künstler schufen ihre Stadt-Bilder – mit genauem Blick und jeweils ganz individuell.
Die bekanntesten Vertreter dieser Danziger Stadtromantik sowie einige ihrer Werke wurden in einem begleitenden Lichtbildervortrag präsentiert. Reinhold Bahl, Arthur Bendrat, Stanislaw Chlebowski, Marian Mokwa, Fritz August Pfuhle, Berthold Hellingrath, Albert Lipczynski,
 Alfred Scherres, Theo Urtnowsky oder Willibald Werner gehören zu jenen Künstlern, die ihr Danzig für die Nachwelt festhielten. Es sind märchenhafte Momente in den verwinkelten Sträßchen dabei, aber auch der Alltag in einer Hafenstadt wird gezeigt: Da ruhen die Segelschiffe vom Eisgang gelähmt am Kai, da tuckern Barkassen zu ihren Anlegestellen, da legt sich der Nebel über Dampfer und Kräne.
Immer wieder ist die Darstellung von Wasser das zentrale Element dieser Bilder. Sie vermitteln einen guten Eindruck davon, mit welcher Vielfalt und Präzision sich die Danziger Künstler diesem prägenden Element der Stadtlandschaft widmeten.
Der Vortrag verdeutlichte jedoch auch, dass die Künstler und ihre Werke der komplexen politischen Situation in der Stadt unterworfen waren: Über das Schicksal mancher Maler ist wenig bekannt, viele Bilder gelten als verloren und sind bestenfalls als Schwarzweiß-Fotografien erhalten. Kein Wunder also, dass die Referentin stets an weiteren Darstellungen von Danzig und Westpreußen interessiert ist.
Wioleta Pienkowska-Kmiecik M.A. arbeitete 15 Jahre als Kunsthistorikern und Leiterin des Historischen Museums der Stadt Danzig im Danziger Rathaus. Heute leitet sie das Archäologische Museum in Zoppot. Sie war bereits zum vierten Mal in Wolbeck zu Gast.
Die Expertin verdeutlichte im Gespräch, dass ihrer Meinung nach auch viele der verschollenen Danzig-Darstellungen nach Deutschland gelangt seien. Um ihnen auf die Spur zu kommen, bittet die Referentin um Kontaktaufnahme per E-Mail unter w.kmiecic@archeologia.pl . Eine künftige Ausstellung von Danziger Stadtansichten im Westpreußischen Landesmuseum schloss sie nicht aus.

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