Alte Zeichnungen in neuem Licht Aquarell-Kurs schafft Neues aus Wolbeck-Impressionen von Ferdinand Zumbusch

Alte Zeichnungen in neuem Licht Aquarell-Kurs schafft Neues aus Wolbeck-Impressionen von Ferdinand Zumbusch

Zuletzt aktualisiert 19. Dezember 2020 (zuerst 21. März 2017).

Münster-Wolbeck (agh). „Ich bin ganz stolz!“, sagt Maria Runtenberg, strahlt und ist ganz aus dem Häuschen. Gerade ist sie in das Kreativzentrum „__punkt__.“ gekommen, an diesem Abend als eine der ersten aus dem Mal-Kurs, der sich mit den Zeichnungen von Ferdinand Zumbusch befasst. Zumbusch hatte um das Jahr 1900 Zeichnungen bekannter und weniger bekannter Plätze in Wolbeck angefertigt, „etwa 40“ meint Bernhard Karrengarn. Er ist Vorsitzender des Heimatsvereins Wolbeck und malt selbst. Sechsmal trafen sich die interessierten. Zuerst setzten sie sich mit den Originalzeichnungen auseinander, erzählt Angela Hoebink, Leiterin des Kurses, es wurde abgezeichnet, dann gemalt: das Ganze, ein Detail, eine Montage ausgewählter Motivteile, farbliche Verfremdungen oder   kreative Kombinationen von Details wie etwa Fenster des Drostenhofes mit frei gemalten Mustern und Farben.

Alte Zeichnungen in neuem Licht 2

Runtenberg legt ihr Werk auf den langen Tisch, auf dem Pinsel in Krügen stehen, Gläser mit Wasser, Fotos von Originalzeichnungen. Drei Häuser sind zu sehen, im Hintergrund die Spitze eines Kirchturms, ganz links die Hälfte einer Brücke, die es nicht mehr gibt. „Das ist die alte Angelbrücke“, sagt Hoebink, und Runtenberg zeigt auf das erste Haus jenseits des Flüsschens: „Das ist das Haus von Schwegmann, es ist später abgebrannt und dann weiter hinten neu aufgebaut worden.“ Weiter hinten liegt noch ein Haus einer Familie Schwegmann; Runtenberg interessiert sich am meisten für das aus auf der anderen Seite der Straße, es ist ihr Elternhaus. „Da war die Küche.“ Nicht so zufrieden ist sie mit ihrer Tanne vor Schwegmanns Haus und gern hätte sie einen schnelleren Weg gefunden, um die vielen Dachziegel zu malen. Vier Tage lang habe sie sich in das Malen vertieft, bis in die Nacht. Hoebink lobt, die Dachziegel sähen aus wie die historischen, auch durch die Farbvarianten. Und Hoebink hat eine persönliche Erinnerung an diese Stelle der Angel: „Da bin ich ins Wasser gefallen.“ Dieses Motiv lebt aus der persönlichen Erinnerung, andere könnten touristische Postkarten schmücken.

Weitere Teilnehmerinnen zeigen ihre Aquarelle, farblich intensiv sind zum Beispiel die Impressionen vom Mühlendamm ausgefallen, wo auf beiden Seiten der Angel je ein Turm mit Windmühlenflügeln zu sehen ist, einer zum Mahlen, einer zum Sägen. Zu den Motiven zählen auch der Drostenhof und das Jagd-Haus im Tiergarten.
Beim letzten Treff wird an diesem Dienstag noch gemalt, beratschlagt, wo an den Aquarellen noch etwas verbessert werden könnte. Und die acht überlegen, ob eine Ausstellung zu den Zeichnungen Ferdinand Zumbuschs möglich wäre.

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