Rabbiner führt ein in von der Kabbalah inspirierte surrealistische Zeichnungen

Münster-Angelmodde. Er konnte in den Zeichnungen von Judith Pins lesen: Rabbiner Efraim Yehoud-Desel. So waren die Gäste sehr aufmerksam bei der Eröffnung der Erinnerungsausstellung am Sonntag im Gallitzin-Haus mit 17 Federzeichnungen der surrealistischen Künstlerin Judith Pins.

Eingeladen zum Entschlüsseln

Ein Beispiel: Furchtlos sei der Mensch im Haus Gottes, der mit seiner Hand grüßt, geschützt, ohne Angst, während draußen ein bedrohlicher Vogel zu sehen ist. Die phantasievolle Pins, die im November 2012 in Israel starb, hatte viele Inspirationen aus der Kabbalah gezogen. Die kennt Yehoud-Desel hervorragend, entschlüsselte Symbole und ihr Zusammenspiel, bezog sie auf Äußerungen von Propheten, zitierte hebräisch aus der Bibel. Für manches sind Hintergrund-Kenntnisse nötig – wenn er etwa ein Detail auf ein Gebetstuch bezieht, auf seine fünf Knoten und acht Fäden. Wohinter wiederum die 613 Ge- und Verbote des Judentums stehen. Er erklärte seine Deutungen aber nicht zu den einzig möglichen und  machte Mut, die Zeichnungen selbst zu interpretieren. Die Ausstellung bietet zu jedem Bild einen Text und eine Einführung zu Pins.
Der Zulauf war groß bei der Eröffnung der Ausstellung „Buchstaben des Lebens“. Seit diesem Sonntagmorgen weiß der veranstaltende Verein Heimatfreunde Angelmodde, dass schwerlich mehr als 41 Gäste sitzend und 26 stehend in den größten Raum im Erdgeschoss des Gallitzin-Hauses am Angelmodder Weg passen. Vertreten war auch der Heimatverein Wolbeck. Pins hatte 1950 den Wolbecker Juden Helmut Pins geheiratet.
So viele Gäste hatte auch der Organisator der Ausstellung, Peter Schilling vom Verein „Spuren Finden“ nicht erwartet. Er skizzierte zur Eröffnung das Leben von Pins.
Die Ausstellung ist bis zum 20. Oktober täglich von 15 bis 18 Uhr zu sehen. Meist wird Schilling dabei zur Verfügung stehen.

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