Ausstellung im Gallitzin-Haus zeigt 17 Zeichnungen der Wolbeckerin Judith Pins

Münster-Angelmodde. Diese Werke entstanden in Israel, sind aber durch das Leben der Künstlerin Judith Pins mit Wolbeck verbunden. Am Sonntag beginnt um 11 Uhr im Gallitzin-Haus die Vernissage mit 17 Federzeichnungen von Judith Pins, geboren 1926 in Gelsenkirchen als Hildegard Putzki, gestorben im November 2012 in Rhegba in Galiläa.

Nach ihrem Mann, als einziger Wolbecker Jude Überlebender mehrerer Konzentrationslager, ist der Helmut-Pins-Weg in Wolbeck benannt. Damals nach dem II. Weltkrieg war es Liebe auf den ersten Blick, sie heirateten, wohnten einige Jahre an der Münsterstraße in Wolbeck, bevor sie 1955 nach Australien auswanderten. Sie konvertierte und nahm den Vornamen „Judith“ an. Der Sechs-Tage-Krieg bewog beide, nach Israel zu gehen. Sie engagierte sich für ein Kinderheim in ihrem Wohnort Karmiel, Helmut auch: „Der konnte zupacken“, sagt Schilling, Organisator der Ausstellung. Er kennt Judith Pins seit 1994, war öfter bei ihr. Lebendig sei Pins gewesen, eine fantasievolle Frau und eine Tierliebhaberin.

In Sydney studiert sie Malerei, eröffnet ein Studio für Keramikmalerei und illustriert Kinderbücher, in Haifa studiert sie Lithografie, um als Malerin, Grafikerin, Illustratorin und Kunstpädagogin tätig zu sein. Ausgestellt wurden ihre Werke in Australien, Münster, Lübeck und Haltern, in den USA und Israel.

Gern habe Pins Münster und Wolbeck besucht, berichtet Schilling. Sie erzählte auch im Gymnasium Wolbeck vom Kinderheim und ihrer Kunst. Einige Werke hängen im Schulzentrum.

Die in Angelmodde zu sehende Ausstellung umfasst aus einer Grafikfolge 17 von 22 „Buchstaben des Lebens“ aus dem hebräischen Alphabet. Darin eröffnet ein Buchstabe einen Raum an Bedeutungen, den die Tradition der Kabbala mystisch auflädt.

Ein Kenner der Kabbala, Rabbiner Efraim Yehoud-Desel aus Münster, wählte mit Schilling Werke aus, die man gut erläutern kann. Das wird er zur Vernissage tun. Schilling erzählt dazu vom Leben der Künstlerin.

Die Ausstellung wird ab dem 6.10 bis zum 27.10. täglich von 15 bis 18 Uhr geöffnet sein. Auch Schilling wird die meiste Zeit bereit stehen. Die Bilder hat Pins selbst mit Erläuterungen versehen, zudem liegt einführendes Material bereit. „Wer es eilig hat, sollte gar nicht erst hierher kommen“, lädt Schilling ein, Zeit für eine andere Welt mitzubringen.

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