Theater-Intendant Zanger blickt auf hervorragende Saison zurück

Mit der letzten Vorstellung von Yasmina Rezas Erfolgsstück „Der Gott des Gemetzels“ ist die Spielzeit 2007/08 an Münsters Wolfgang Borchert Theater zu Ende gegangen. Intendant Meinhard Zanger kann auf eine erfolgreiche Saison zurückblicken, schreibt das private Theater am 4.07.2008.

„Das künstlerisch hohe Niveau unserer ersten Spielzeit konnte gehalten und ausgebaut, das Profil als zeitgenössisches Theater gestärkt, Einnahmen, Zuschauerzahlen und Auslastung signifikant gesteigert werden. Das Konzept des umfassenden Profil- und Personalwechsels hat sich durchgesetzt. Wir sind in Münster angekommen!“, freut sich Zanger über den Erfolg. Zudem erhielten Schauspieler des Ensembles Auszeichnungen: Brit Dehler und Konrad Haller wurden in der landesweiten Kritikerumfrage des NRW-Fachmagazins theater pur je einmal in den Kategorien Beste Nachwuchsdarstellerin beziehungsweise Bester Schauspieler genannt. Konrad Haller erhielt den Darstellerpreis der „Theater- und Musikfreunde Münster und des Münsterlandes“.

2.635 Zuschauer mehr [+18,8 Prozent] und knapp 70 Prozent Auslastung des WBT

Acht Eigenproduktionen wurden in insgesamt 261 Vorstellungen gespielt [2006/07: 8 | 309]. Insgesamt besuchten 16.648 Zuschauer das WBT. Das entspricht einer Auslastung von 69,6 Prozent [2006/07: 14.013 | 49,2 Prozent]. Das sind 2.635 Besucher mehr, absolut 18,8 Prozent Zuwachs. Die Einnahmen aus verkauften Karten liegen um 50.000,- ¤ über denen von Zangers erster Spielzeit 2006/07 in Münster. Das sind 26,6 Prozent mehr.

Éric-Emmanuel Schmitt und die Performance „Blind Date“ sind die Hits

Die Erfolgreichste Produktion der abgelaufenen Saison war Éric-Emmanuel-Schmitts schwarzer Ehe-Krimi „Kleine Eheverbrechen“ mit 3.881 Zuschauern. In 45 Vorstellungen beträgt die Auslastung 86,2 Prozent und verdrängt damit den bisherigen Spitzenreiter, Éric-Emmanuel Schmitts philosophische Komödie „Der Freigeist“ [2006/07: 57 Vorstellungen, 3.711 Besucher, Auslastung 65,1 Prozent]. Auf den Plätzen folgen die Manager-Satire „Die Grönholm-Methode“, die kultur- und zivilisationskritische Komödie „Der Gott des Gemetzels“ und die Anarcho-Comedy „Shakespeares sämtliche Werke [leicht gekürzt]“. BLIND DATE II, die heiter-poetische theatrale Reise durch Münster, konnte  neben den Erfolgen des Repertoires  die erste Ausgabe aus 2007 toppen, die Auslastung betrug hier 97,1 Prozent. Erstmals wurde das Projekt von der Kunststiftung NRW gefördert und zusammen mit dem WDR koproduziert und für den Hörfunk aufgezeichnet. Die Ausstrahlung ist in der Sendung „Streng öffentlich!“ am 21.9.08 vorgesehen.

Mehr junges Publikum im WWolfgang-Borchert-Theater

Auch ist es gelungen, mehr junges Publikum ins WBT zu holen, obwohl seit dieser Saison auf die Neuproduktion eines Kinderstücks verzichtet wird. Das Kinderstück aus 2006/07 „Das Geheimnis der Blätter“ wurde zwar wieder aufgenommen, stand aber nur achtmal auf dem Spielplan. Insgesamt wurden 3.884 ermäßigte Karten verkauft, der Anteil beträgt 23,3 Prozent [2006/07: 3.160 | 22,6 Prozent], ein Zuwachs von 724 jungendlichen Zuschauern.

In der Gunst des jungen Publikums stand Shakespeares „Hamlet“ ganz oben. Der Anteil der Schüler- und Studentenkarten beträgt in 50 Vorstellungen 41,7 Prozent. Mit 47,5 Prozent fiel der Anteil bei Becketts „Glückliche Tage“ zwar noch höher aus, doch wurde die Wiederaufnahme nur noch sechs Mal gespielt. Danach folgen in der Gunst des jungen Publikums „Shakespeares sämtliche Werke [leicht gekürzt]“ mit einem Anteil von 33,4 Prozent bei 48 und „Die Grönholm-Methode“ mit einem Anteil von 20,3 Prozent bei 47 Vorstellungen.

Ausblick auf die Spielzeit 2008/09

Der Spielplan für Meinhard Zangers dritte Spielzeit in Münster steht unter dem Motto PAARTITUREN. Er sieht acht Neuproduktionen und fünf Wiederaufnahmen vor. Eröffnet wird die neue Saison am 22. August mit der Premiere der Revue „Kleiner Mann, was nun? “ von Tankred Dort & Peter Zadek nach dem Roman von Hans Fallada. Regisseurin Monika Hess-Zanger hat eine eigene Fassung erstellt für sieben Schauspieler in 80 Rollen.

Zusätzlich wird am 18.11.08 HAMLET als Gastspiel in Bünde aufgeführt. Und am 9.10.08 ist das „Wolfgang Borchert Theater“ Tagungsort des 2 ½-tägigen Festkolloquium „Herrschaftsverlust und Machtverfall“ zu Ehren des Münsteraner Historikers Professor Hans-Ulrich Thamer. Im Rahmen dieses Kolloquium wird noch einmal die Uraufführung „Das Münster-Protokoll . . . ein Heimatabend. Die 68er und der Deutsche Herbst“, ein selbst entwickeltes Projekt der Spielzeit 2007/08 zur jüngsten Geschichte der BRD, gespielt. Obwohl zunächst eine „Gedankenpause“, was die Neuauflage von Blind Date angeht, angekündigt wurde, gibt es auf Grund vieler Nachfragen und „Forderungen“ aus dem Publikum nach einem BLIND DATE III Überlegungen in diese Richtung.

Neu im Ensemble

Im Ensemble gibt es einige Veränderungen. Neu zum Ensemble gestoßen sind Sabrina vor der Sielhorst und Sven Heiß, die in BLIND DATE II bereits erfolgreich ihr Debüt gaben. Konrad Haller und Anja Bilabel bleiben dem WBT als Gäste erhalten, Brit Dehler, die im März einen schweren Verkehrsunfall erlitt und auf dem Wege der Besserung ist, scheidet aus. Erstmals gibt es zwei Koproduktionen mit renommierten Stadttheatern: das Land NRW fördert zusätzlich DIE BANALITÄT DER LIEBE, eine Koproduktion mit dem Schauspiel Dortmund. Die Wuppertaler Bühnen und das WBT haben sich auch ohne zusätzliche Förderung auf eine Zusammenarbeit bei der Produktion SECHS TANZSTUNDEN IN SECHS WOCHEN verständigt.
Die Klimatisierung im WBT_SAAL wird zum Spielzeitbeginn optimiert. Die Karten- und Abonnementpreise werden auf Grund gestiegener Kosten um 5 Prozent erhöht. Ausgenommen davon sind die ermäßigten Karten in allen Kategorien. Das Theaterbüro für den Vorverkauf ist ab 11. August wieder geöffnet.