Meinhard Zanger bleibt Intendant am WBT

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Vorstand und Intendant einigen sich auf Verlängerung bis 2023/24

(Münster – 12.11.2021) Meinhard Zanger bleibt für weitere drei Jahre Intendant und Geschäftsführer des Wolfgang Borchert Theaters Münster. Heute unterzeichneten der Vorstand, bestehend aus Prof. Dr. Lothar Hertle und Mäzen Hendrik Snoek, und Meinhard Zanger den neuen Dienstvertrag, der eine Laufzeit bis Ende der Spielzeit 2023/24 vorsieht.

Der Vorstand hebt das künstlerische Schaffen Zangers und seines Team hervor und ist voll des Lobes, wie er das Haus durch die Corona-Pandemie geführt hat: «Seit seiner Übernahme haben Zanger und sein Team das WBT nicht nur künstlerisch kontinuierlich weiterentwickelt, auch als Geschäftsführer hat er immer sehr umsichtig agiert. Uns hat aktuell besonders beeindruckt, wie gelassen und zielstrebig er das Haus und die Mitarbeiter durch die Corona-Pandemie geführt hat. Man kann es nicht anders sagen: Zanger ist ein Glücksfall für das WBT, und auch nach 15 Jahren Tätigkeit freuen wir uns, dass wir ihn überzeugen konnten, die Zusammenarbeit fortzusetzen!», so Hendrik Snoek.
Zanger seinerseits bedankt sich beim Vorstand für die jahrelange vertrauensvolle Zusammenarbeit: «Es ist durchaus nicht üblich, dass ein Vorstand einem Intendanten einen solchen Vertrauens-vorschuss gewährt, wie es der Vorstand des WBT über all die Jahre getan hat. Es gab nie eine Einmischung, im Gegenteil, in schweren Zeiten erhielten wir unaufgefordert Unterstützung. Für mich die schönste Erfahrung war, dass sehr unkompliziert quasi ein neues Theater für uns gebaut wurde wie auch die Unterstützung seitens des Vorstands, der Mitglieder und der Zuschauer durch Hilfen während der Pandemie. Dafür danke ich allen von Herzen!»
Zangers Schaffen zeichnet sich einerseits durch eindrucksvoll-skurrile Klassikerinszenierungen und dem Gespür für moderne, tagesaktuelle Theaterliteratur aus, außerdem sorgten spektakuläre Außenproduktionen für einen regelrechten Besucheransturm auf das WBT: Fulminante Open Air-Produktionen wie DER STURM 2018 im Hafenbecken oder DER SOMMERNACHTSTRAUM 2012 im Gasometer prägten das Bild von Münsters Kulturlandschaft über die Stadtgrenzen hinaus. Weitergeführt wird dieser Reigen nun im Sommer auf der Wasserbühne des Hafenbeckens mit THE BLACK RIDER von William S. Burroughs, Tom Waits und Robert Wilson – das dritte große Außenprojekt unter der Regie von Meinhard Zanger.

Deutschlandweite und internationale Gastspiele für das WBT aus Münster

Unter seiner Intendanz spielte sich das WBT in das kulturelle Herz Münsters und verzeichnete deutschlandweite und internationale Gastspiele (u.a. Schauspielhaus Düsseldorf, Friedrichshafen, Israel, Niederlande, Russland, Serbien, Schweiz). 2016 erhielt er für seine WBT-Inszenierung WAS IHR WOLLT den Monica-Bleibtreu-Preis der Hamburger Privattheatertage. Hervorzuheben ist die enge deutsch-russische Zusammenarbeit mit dem Drama Theater in Rjasan, Münsters russischer Partnerstadt. Auf dem II. Internationalen Theaterfestival «Rendezvous auf der Theaterstraße» in Rjasan erhielt er für die Rolle des Grafen «Sylvester» in DIE SCHROFFENSTEINS – EINE FAMILIENSCHLACHT den Preis für den besten männlichen Hauptdarsteller – gemeinsam mit seinem russischen Kollegen Aleksandr Zaitcev. Jetzt ist er eingeladen, beim V. Festival Mitglied der Jury zu sein. Zweimal wurde das Wolfgang Borchert Theater in der Kritiker-Umfrage des Fachmagazins «Die Deutsche Bühne» zum besten Off-Theater Deutschlands gewählt.

Das Wolfgang Borchert Theater ist mit seiner Gründung 1956 eines der ältesten Privattheater Deutschlands. Seit der Spielzeit 2014/15 hat es seinen Sitz im Flechtheim-/Rhenusspeicher und widmet sich jeher vor allem dem zeitgenössisch-literarischen Schauspiel. Mit der künstlerischen Neuaufstellung zu seinem Dienstbeginn 2006 legte Zanger den Grundstein für eine künstlerische und wirtschaftlich erfolgreiche Entwicklung des Theaters. Seine Stellvertreterin Tanja Weidner ist von ihm mit Zukunftsforschung «Theater und Digitalität» beauftragt. Auch in der beispiellosen Krise der beiden Lockdowns konnte er, mithilfe von Kurzarbeit und Hilfsmaßnahmen von Stadt, Land, Bund und privaten Spenden die großen Einbußen decken und das Haus durch die schwere Zeit führen.