Gewerbeverein Wolbeck blickt auf 25 Jahre voller Ideen, Aktionen und Mühen zurück

Münster-Wolbeck. „Das müssen wir machen“, war sich 1985 der Händler Jürgen Dammann mit dem Handwerker Willi Forsthove einig: Und so schlossen sich die Gewerbetreibenden Wolbecks für Aktionen zusammen.  Als BGB-Gesellschaft – erst seit 2008 existiert auch förmlich der Gewerbeverein Wolbeck e.V., der nun sein 25. Jubiläum feiert.

Viel investiert für Wolbeck

„Wir haben gemerkt, dass man nicht stillstehen darf“, so Händler Dammann über das Motiv zur Gründung – der Strukturwandel war da und die Menschen konnten leichter nach Münster kommen.
Das Faltblatt „Wer macht was?“ war das erste gemeinsame Vorhaben der Gewerbetreibenden in Wolbeck.  Früh war die Ortsumgehung ein Thema; laut Dammann waren damals alle Gewerbetreibenden dafür. „Hunderte Stunden“ seien dann in die Weihnachtsmärkte geflossen, damals habe man geglaubt, alles selber machen zu müssen.
Als Dammann und Forsthove den Stab weiterreichen wollten, fand sich  nur knapp Ersatz unter den 74 Mitgliedern. Dramatisch spät sprangen Mechthild Fresmann und Martin Wortmann ein – obwohl der „im Vereinsleben nicht so erfahren“ war. Nun hielt er Ansprachen beim Maibaumrichten, auch an die Weihnachtsmärkte um St. Nikolaus erinnert er sich. Ebenso an Ideen für den Wigbold. So ist mal über einen Supermarkt in der Hofstraße nachgedacht worden. Und eine Geschäftsstraße mit Giebelhäusern entlang der Angel auf Wigbold-Seite, zwischen Münster- und Hofstraße? Damit hätte man alle Geschäfte konzentrieren können, erinnert sich Wortmann an ein Argument für seine Idee, für die  er allerdings nur Gegenwind bekommen habe.

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Mehr Mitglieder im Gewerbeverein Wolbeck

Die Mitgliederzahl sei fast kontinuierlich gestiegen in den 25 Jahren. Leider würden  längst nicht alle aktiv. Aber das sei normal für Selbständige, die „sowie fast alle 14 Stunden am Tag zu arbeiten“ hätten.
Druckereibesitzer Walter Stelljes rückte nach. Das erste „Wolbecker Telefonbuch“ fällt in seine Zeit und ihm als erstes ein – „die Mitgliederzahl ist damals kräftig raufgegangen“. 2009 erschien die vierte Auflage. „Ganz hervorragend“ kommentiert der Bürger Wolfgang Thomalla den informativen Dauerbrenner und steht damit in Wolbeck nicht allein.
Stelljes ging es damals darum, den Verein zu festigen. Ortskern und Umgehungsstraße, das waren damals Themen, über die man auch mit dem 2000 entstehenden Bürgerforum sprach. Auch das Gespräch mit den Parteien und der Wirtschaftsförderung pflegt der Verein. Schon die Gründungs-Einladung spricht von der „Chance, Partner für gemeinsame Aktionen zu finden“. Und „eine gemeinsame Stimme (hätte) ein stärkeres Gewicht“.
Gut frequentierte Ausflüge unternahm der Gewerbeverein damals, so zur Expo 2000 und eine „Tour de Ruhr“ mit einem ganzen Bus voller Mitglieder. Er habe auch mal daran gedacht, das „30-jährige Nicht-Bestehen der Ortsumgehung“ zu feiern, witzelt Stelljes.
Unter Wolfgang Schmidt rang der Verein der Stadt Münster den ersten verkaufsoffenen Sonntag ab. Aufsehen erregte das Unterfangen, einen Rückbau der Münsterstraße selbst vorzufinanzieren à la Telgte und „Shared Space“. Nicht alle zogen mit, das K.O. kam aber von der Stadt Münster, so Schmidt. Erst die Ortsumgehung!, hieß die Devise.
Andere Innovationen sind auf dem Weg, liebe Tradition zu werden: In der Amtszeit von Thomas Lutterbeck gab es den „Sinneswandel“ am Angelpfad. 2009 stellte der Verein erstmals eine   Gewerbeschau mit   Unterhaltungsprogramm auf die Beine und füllte das weitläufige Gewerbegebiet Wolbecker Windmühle mit geschätzt 8000 Besuchern. Mehr als 80 ortsansässige Unternehmen waren dabei. Es war auch ein Zeichen erster Kooperation mit Unternehmen aus dem Classical Service Center.
Seit Februar leitet Ralph Koschek den Gewerbeverein mit heute 128 Mitgliedern, zu dem längst auch Freiberufler gehören.

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