Vorlesenacht in Münster mit Nacke, Tiemann, Röttgering und Zanger

Lesen gewürdigt als Basis für Wissenszugang und Herzensbildung

Münster. Auch „Fanclubs“ der Vorlesenacht der Bezirksregierung Münster waren am Dienstagabend in deren Foyer erschienen, freute sich die Gastgeberin, Dorothee Feller.

Von ganz unterschiedlichen Menschen und Schicksalen handelten die vier Vorleser des Abends. Zeilen aus Karen Duves „Fräulein Nettes kurzer Sommer“ hatte der Landtagsabgeordnete Dr. Stephan Nacke ausgewählt, passend zu seinem Statement, er sei Feminist und manches sei auch heute noch so, zweihundert Jahre nach „Nette“ alias Annette von Droste-Hülshoff. Die Adlige leidet, muss sich eines Arztes Weisheiten über eine anatomisch bedingte Geringerwertigkeit der Frau anhören, von Reisen hören, die sie nie würde unternehmen können „nur weil ich kein Mann bin“. Ihr muss ein erweiterter Spaziergang die weite Welt ersetzen.

Ein gar liebliches, aber furchterregendes Frauenzimmer lässt Christoph Tiemann lebendig werden – über dem Gast in „Die Wirtin“ braut sich Unheil zusammen, Schritt für Schritt. Er sei Freund des britischen Grusels, sagt Tiemann.

Zuvor hat er noch das Plädoyer der Regierungspräsidentin Dorothee Feller ergänzt. Sie hatte  bei der Benefizveranstaltung der Domfreunde Münster das Lesenkönnen als Bedingung der Teilnahme betont. Tiemann ergänzt: Wo sonst als beim Lesen könne man so gut eine „Herzensbildung“ durchlaufen, sich in andere Charaktere hineinversetzen, ihre Nöte und Gefühle kennenlernen?

Geschichten hatte sich auch der Chor des Betriebssports im Regierungspräsidium vorgenommen, etwa zur Liebe in „Scarborough Fair“, oder, da ging das Publikum in den nicht ganz vollen Stuhlreihen gut mit, „Mit 66 Jahren“.

Zum Thema.:  Brücken zwischen Jahrhunderten: TaMiGu-Trio erfrischt beim 4. Renovatio-Konzert in Sankt Nikolaus

Zurück in die Kindheit sprang das Publikum mit Wera Röttgering, Gründerin und Vorsitzende des Vereins „Herzenswünsche“ – sie las vor, was schwerkranke Kinder erlebten und später aufschrieben, über ihren Kampf und ihre Herzenswünsche, die der Verein ermöglichen konnte, dank Spenden: Die  Reise nach Island, der Besuch auf der „Queen Mary II“. „Danke“, schreibt eine Sabrina dem Verein, „dass ihr so viele glücklich macht.“

Der letzte Vorleser machte die Gäste mit dem „russischen Faust“ bekannt: Meinhard Zanger, Schauspieler und Intendant des Wolfgang-Borchert-Theaters, las aus Michail Bulgakows „Der Meister und Margarita“.


Siehe auch die Pressemitteilung der Bezirksregierung Münster: https://www.bezreg-muenster.de/de/presse/2019/2019-10-30_lesenacht/index.html

(Visited 10 times, 1 visits today)

Ersten Kommentar schreiben

Antworten

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.


*