Roland Jankowsky liest schauspielernd im Kulturbahnhof Hiltrup

Roland Jankowsky im Kulturbahnhof Hiltrup. Foto: A. Hasenkamp.

Münster-Hiltrup. Er war schon mal da, es war schon mal voll: Roland Jankowsky füllte bei schönstem Wetter und mitten im friedenssuchenden Katholikentag, den Kulturbahnhof Hiltrup am Freitagabend, zur Gänze, auch oben.
Zuerst “beschwert” sich der mit Theater, Chansons, Lesungen und Hörspielen erfahrene Gast, der Sommer möge sich doch nach dem Kalender richten, wirbt dann für den Einkauf vor Ort, zum Beispiel von Büchern: „Dann bleibt die Einkaufsstraße auch voll.“ „Bin ich zu meckerig?“, fragt er sein Publikum.
„Es wird Tote gegeben“ heißt der Titel eines anderen Programms von Jankowsky, das auch hier zuträfe; diesmal gibt es die erste Leiche nicht in der ersten Strophe des munteren einführenden Gedichts, sondern erst in der dritten. Vorfreude gab es im Publikum auch bei den anderen kriminell heiteren Kurzgeschichten.

Roland Jankowsky liest Heiter-Kriminelles

„Auf Abwegen“ gerät der leitende Möbelhaus-Angestellte und in lückenhaften Latex-Hosen gefesselt auf ein Bett in eben seiner Wirkungsstätte – geht er bis zur bitteren Neige in die Falle seiner Ehefrau? Diese Geschichte von Erika Kroell, genussvoll in Leiden und Freuden ausgemalt von Jankowsky, hält die Spannung bis zum für eine Seite bitteren Ende.
Selbstbewusstsein „sieht nur von unten aus wie Arroganz“, so große Töne spuckt der Hit-Man, der Profi-Killer, gegenüber seinem Lehrling aus, in der Geschichte „Bei Mutti schmeckts am besten“ von Peter Godazgar. Jankowsky malt das Gehabe des Profis köstlich präzise, lebendig und detaillreich aus. Bis in die Feinheiten der Rezeptur für „Leipziger Allerlei“. Dabei läuft dem Hörer das Wasser im Munde zusammen, verstärkt dadurch, das irgendwann nicht nur der duft des Gerichts durch den vollen Saal des Kulturbahnhofs zieht, sondern auch die köstliche Vorahnung, dass der Profi-Killer-Koch alsbald seinem Leib-und-Magen-Gericht zum Opfer fallen dürfte: Da war noch ein Amateur-Killer am Werk.

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Publikum von Vorleser Jankowsky begeistert

Gern signiert Jankowsky und lässt Selfies mit sich machen: Die Fans lassen nicht auf sich warten, sie drängen an den Büchertisch im Kulturbahnhof Hiltrup.  Auf dem Tisch wartet auf Jankowskys Stimmbänder schon die „Familientherapie“, von Jan Schröter.

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Über Andreas Hasenkamp 6411 Artikel
Journalist, Online-Redakteur und Event-Fotograf in Münster.

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