Lobpreis Gottes verbindet jüdische und deutsche Traditionen zum Schluss der Woche der Brüderlichke

Stephan Hinssen sang mit dem Kammerchor WarendorfSendenhorst. Viele Dimensionen der Verbindung mit jüdischem Leben hat die Woche der Brüderlichkeit erschlossen. Eine weitere, weniger bekannte, machte das Konzert „Hallalujoh – Alleluja“ am Sonntagabend in St. Martin hörbar: Musik der Synagoge.Vielsprachig war der Gesang: Der Chor sang deutsch und englisch und hatte sich die Aussprache des aschkenasischen Hebräisch erarbeitet.

Während der Zuhörer im Hebräisch nur gelegentlich bekannt klingende Worte entdeckt haben wird, ist die Musik umso vertrauter. Ansgar Kreutz, Leiter des Warendorfer Kammerchores, lieferte den Schlüssel: Die Juden in Deutschland hatten eine starke deutsch-jüdische Identität. Gern verband man Traditionen mit modernen europäischen Strömungen. Sogar die in der Synagoge wenig verbreitete Orgelmusik.

So betonte Gerd Wilpert in seinem Grußwort, das Konzert stehe als feierlicher Schlusspunkt der Woche der Brüderlichkeit für die Integration der Juden in das gesellschaftliche Leben Deutschlands. So kamen einige bekannte, vor allem weniger bekannte Komponisten von Format zu Gehör: Louis Lewandowski, Alfred Rose, Salomon Sulzer, Salomon Jadassohn, Aaron Copland, William Albright, Darius Milhaud. Ein Klang-Erlebnis von besonderer Dimension war Albrights „An Alleluia Super-Round“: Im Singen gingen die 17 Sängerinnen und Sänger im Kreis durch die Kirche.
Der Kammerchor Warendorf sang, verstärkt vom Tenor Stephan Hinssen. Die Orgel spielte Kantor Benedikt Bonelli.

Den Musikern kann nicht genug für die Umsetzung dieses schwierigen, lohnenden Unterfangens gedankt werden, das ein äußerst seltenes  Erlebnis erlaubte. Die gut hundert Zuhörer dankten es mit ihrem Interesse und viel Applaus.

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