Jan Pieterszoon Sweelinck gewürdigt

Münster-Hiltrup. Zum ersten Konzert der renovierten Orgel von Alt St. Clemens am 15.1.2012 war die kleine Kirche übervoll – auch im Altarraum waren alle Plätze belegt, dennoch mussten etliche stehen.

Henk Plas spielte zur Eröffnung der Hiltruper Orgelfestwochen Werke des 16. bis 18. Jahrhunderts, deren Komponisten eine Kette von Lehrer und Schüler bilden. Jan Pieterszoon Sweelinck, berühmtester Komponist der Niederlande, war Lehrer von Johann Sebastian Bach  und Heinrich Scheidemann, Scheidemann wiederum unterrichtete Johann Adam Reincken. Eine ruhige Phase im Dreißigjährigen Krieg hatte es mehreren norddeutschen Organisten ermöglicht, bei Sweelinck in Amsterdam zu lernen. Daran erinnerte Plas in seiner Einleitung zum Leben Sweelincks, der von 1562 bis 1621 lebte und dessen 450. Geburtstag in diesem Jahr gewürdigt wird. Plas zeigte dem Publikum einen 25-Gulden-Schein: Sweelincks  Bildnis schmückte ihn von 1972 bis zur Einführung des Euros.
Plas ließ von dem einflussreichen Niederländer bei diesem Orgelkonzert auf einer der kleinsten Orgel in Münster zunächst drei Werke hören: Die „Fantasia crommatica“, das „Da pacem, Domine, in diebus nostris“ und die „Fantasia auf diei Manier eines Echo“. Eine klare Konzeption mit weit gestrecktem Thema, sorgfältig entwickelt und  wohlplatzierte Verzierungen können als gemeinsamer Nenner der Werke der vier Komponisten gelten.
Einer lauschte besonders aufmerksam: der selbständige Orgelbauer Stefan Peters von der Klavier- und Orgel-Manufaktur aus Glandorf. Gut drei Wochen lang hatte er im Herbst 2011 die Orgel generalüberholt, vom Säubern über das Ersetzen von Verschleißteilen bis hin zur Intonation, die zur weitgehend neobarocken Konzeption der Orgel passt. Nun hatte er Gelegenheit, den Klang so zu hören wie die Kirchenbesucher. Sie klinge in ihren 14 Registern mit zwei Manualen nun „viel homogener“, freute er sich. Wie Plas war er sehr zufrieden. Peters lobte auch die Akustik von  Alt St. Clemens. Als junger Orgelbauer hatte Peters schon 1988 mit der Orgel zu tun gehabt.

Nach starkem Beifall bot Plas als Zugabe noch Sweelincks „Puer nobis nacitur“. Ein Konzert mit Gesangswerken von Sweelinck ist am 4. März zu hören: Dann singt das Hiltruper Vokalensemble, begleitet vom Orchester Ars Musica um 18 Uhr in St. Marien.
Das zweite Konzert der Orgelfestwochen ist am 29. Januar in St. Clemens zu hören: Dennis Vallenduuk spielt Werke des Art Nouveu von Langlais, Alain und Duruflé (17 Uhr).

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