Jan Loechel daheim im Kulturbahnhof Hiltrup

Eins mit der Gitarre und zurück in seinem Bahnhof mit einem Freund: Jan Loechel mit Henning Wehland. Foto: A. Hasenkamp, Fotograf in Münster.

Münster-Hiltrup. „Mein Name ist Jan Loechel und ich bin Hiltruper“ – der Abend im Kulturbahnhof war ein Heimspiel für den Singer und Songwriter, schon lange in Berlin und im Fernsehen unterwegs, Schöpfer dreier CDs. In Hiltrup war er Schüler, ging zum KvG, über den Bahnhof sagt er: „Hier habe ich schon so viele Bands gehört …“. Freitags und samstags waren sie viel hier, wo eine Disco war und Musik gemacht wurde, erinnert sich Jan Kaven, einer von vielen, die ein Wiedersehen und -hören mit dem Mitschüler von damals feierten. Er habe im Musikraum des KvG gesungen als keiner sonst wollte, erinnert sich Loechel, und an der E-Gitarre habe Franz-Josef Ruwe gestanden. Dass er mit seinen Musik-Ambitionen nicht „auf der Straße“ landen würde, glaubte damals nicht jeder. Einen Auftritt hatte er im Bahnhof, vor 25 Jahren, sagt er. Da sah er ungefähr so aus wie auf dem Jugendbild, das der Beamer auf die Leinwand wirft.
Der Kulturbahnhof war sehr, sehr voll an diesem Freitag, auch die Empore, der Applaus sehr, sehr kräftig, und das Publikum summte oder sang gern mit.
Loechel teilt viele Gedanken mit dem heimatlichen Publikum: Dass ihm bei einem seiner selbst geschriebenen Lieder nach Jahren „klar geworden“ sei, „worum es geht in dem Lied“; von Höhen und Tiefen im Musikgeschäft, vom vielen Reisen, dem Auftritt in Stadien als Vorband der Band, die er früher so bewundert hatte; von der Großmutter, die „genau vor zehn Jahren“ ging: „Still On My Mind“. „Wie das Kaninchen vor der Schlange“ sei er beim Hören der H-Blockx gewesen. Die seien damals „der heißeste Scheiß in Münster“ gewesen. Im Kulturbahnhof bittet Loechel Henning Wehland auf die Bühne, 1990 Gründer der Rockband H-Blockx, längst sein Freund. Auch musikalisch ist Loechel ein Geschichtenerzählter: in „Killing Me Beautiful“ etwa oder im „Tagedieb“. Ausdrucksstark verschmilzt seine wandelbare Stimme mit der Gitarre.

Drei Zugaben bringt Loechel, eine mit Wehland, und nach der Musik ist noch lange nicht Schluss. Viele bleiben zum Gespräch, untereinander oder mit Jan Loechel in seinem „Bahnhof“. Dass Loechel längst in Wolbeck wohnt, wie sein Freund Wehland – die Botschaft lässt auch viele Gäste jubeln. Ein Dank von Loechel ging an das Team der Ehrenamtlichen des Bahnhofs, ein anderer an den Sound-Techniker, der für bemerkenswerten Klang sorgte.
„Ein toller Abend“, sagt Henning Wehland, „das sage ich als Wolbecker und das will etwas heißen“.

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