Islam: Braucht er eine Aufklärung?

Islam: Braucht er eine Aufklärung?
Peter Externest vor dem Gemälde „Wanderer am Weltenrand“ von 1888, das die Kopernikanische Wende eines Weltbilds symbolisiert. Foto: A. Hasenkamp.

Münster-Wolbeck. „Braucht der Islam eine Aufklärung?“ Diese Frage im Titel des Vortrags zum „Zeitalter der Aufklärung“ bescherte dem Referenten Peter Externest einen vollen AWO-Treff in Wolbeck.
Externest hatte in früheren Vorträgen schon von der Aufklärung im „langen“ 18. Jahrhundert erzählt, von ihren Grundlagen und ihrer Bedeutung für die Frau. Dennoch holte er weit aus und ließ Kant und Rousseau Revue passieren. An weiten Teilen der Unterschichten sei die Aufklärung vorbeigegangen. Dann wandte er sich der Entwicklung des Islam zu, der antike Schriften bewahrte und zurückreichte, und Parallelen von Bibel und Koran.
„Vorurteile dominieren diese Themen“, das sei seine Erfahrung. Das liege wesentlich an falschen Darstellungen in Medien.
Karikierende Darstellungen von radikal atheistischer Seite zielten schon im 19. Jahrhundert auf die drei monotheistischen Religionen. Externest zeigte auch die moderne Karikatur mit einem Turban als Bombe auf dem Kopfs Mohammeds. „Ich finde, dass sich manche Karikaturisten etwas zurückhalten sollten“. Die Karikatur sei aber von der Meinungsfreiheit geschützt. Ein Strafrecht nach Art der Scharia? Eine „solche Denke ist mit Integration nicht vereinbar“. „Es gibt nur das Recht des Gastlands oder keins.“
Externest befürwortet, von „Traditionalisten“ zu sprechen statt von „Fundamentalisten“. Zum Anteil der beiden Gruppe könne er nichts sagen, „schon die Meinungsumfrage wäre ja gefährlich“. „`Die` Muslime gibt es nicht, sowenig wie es `die` Christen gibt.“ Zweimal verwies er auf Scientology als eine der Strömungen im Christentum.
Der Islam bedürfe keiner Aufklärung; sie sei in ihm schon angelegt, so bezieht sich Externest auf die von ihm empfohlene Lamya Kaddor. Kaddor hat allerdings hinzugefügt, die Moslems bedürften der Aufklärung.
Mehrere Gäste beteiligten sich nach den anderthalb Stunden rege mit Fragen. Fast vierzig Gäste hatten dank eifriger AWO-Stühleschlepper Platz gefunden; eine knappe Mehrheit kam aus Wolbeck, viele aus Hiltrup, weitere aus Münster, Angelmodde und Handorf.

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