“Am Anfang war die Frau” – Tatjana Kuschtewskaja erzählt von bemerkenswerten Frauen

Tatjana Kuschtewskaja mit ihrem Buch über Frauen berühmter Russen. Foto: A. Hasenkamp.

Münster-Wolbeck. Staunen und Neugier auf mehr wird Tatjana Kuschtewskaja beim KulturKreis Wolbeck hinterlassen haben, als der sich am Internationalen Frauentag ausnahmsweise an einem Freitag traf, in einem Saal des Restaurants Sültemeyer. Kuschtewskaja hat mit selbst recherchierten Frauenbiografien nicht nur ein Buch gefüllt, „Am Anfang war die Frau“, sie weiß auf unnachahmliche Art davon zu erzählen.

Das Zimmerchen der Petersburger Aristokratin in der Schweiz liegt versteckt, mit Kuschtewskaja gehen die Gäste des Kulturkreises die Treppe herauf, hinein, wo an die Wand gemalt eine Ikone zu sehen ist: Gemalt von Mariana Werefkin, lange Mäzenin von Alexej von Jawlensky, dem Expressionisten aus dem Umfeld der Künstlergemeinschaft „Der blaue Reiter“, sitzengelassen, ihm dennoch verbunden, spät zu ihrer eigenen, hochklassigen Malerei zurückgekehrt. Sie gilt als „russischer Rembrandt“.

Sofia Tolstoja vollbrachte „heroische Liebesdienste“, als sie die dickleibigen Werke ihres Gatten siebenmal mit der Hand abstieg, schildert Kuschtewskaja, war Übersetzerin und Herausgeberin, schenkte ihm 13 Kinder und fand „noch Zeit und Kraft für ihre eigene Schriftstellerei“. Der junge Rachmaninov schrieb, um seine Verehrte zu beeindrucken: “Am Anfang war die Frau”.

„Ich fühle mich wie ein Detektiv“, sagt Kuschtewskaja, die 23 Bücher geschrieben hat, über Reisen und Frauen-Bographien, zuletzt über „Geheimnisse schöner Frauen. Berühmte Künstler und ihre Modelle“. Mit Gestik und bewegter Stimme lässt sie die Gäste des Kulturkreises an ihren Recherchen teilhaben.

Frauen-Biographien als Steckenpferde der “Detektivin” Kuschtewskaja

Frauen-Biographien sind ein Hauptmetier von Kuschtewskaja; “Am Anfang war die Frau” ist der dritte Teil einer Trilogie. Aber sie hat auch „Aus der Apotheke meiner Babuschka“ erstellt – als der Wunsch ihrer Mutter und ein Wink des Himmels sie mit der Nase darauf stießen, aus den Notizen ihrer Großmutter auf Kalenderblattrückseiten und Briefumschlägen ein Buch zu bauen, das Vermächtnis einer berühmten Naturheilkundlerin. Auch das schildert Kuschtewskaja plastisch anschaulich und bewegend.

Kuschtewskaja stammt aus der Wüstenoase Dargan-Ata, lernte und praktizierte Musikpädagogik, lernte und lehrte das Drehbuchschreiben und kam 1981 nach Deutschland, der Liebe wegen“. 23 Bücher hat sie veröffentlicht, viele über ihre Reisen in Sibirien.

An diesem internationalen Frauentag und am Vortag ballten sich in Wolbeck Vorträge über Frauen: Über Maria Droste zu Vischering, Hildegard Knef und die weniger bekannten, aber doch wirkmächtigen Russinnen.

Tatjana Kuschtewskaja mit einem von ihrer Tochter gemalten Portrait der Petersburgerin Mariana Werefkin. Foto: anh.
Tatjana Kuschtewskaja
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