Chor und Jazz-Quintett führen New York Mass in Friedenskirche auf

Zuletzt aktualisiert 17. März 2018 (zuerst 4. Juli 2010).

Münster-Angelmodde. Ohne nennenswerte Entwicklung verläuft das Kyrie der „New York Mass“, das am Sonntagnachmittag in der Evangelischen Friedenskirche in Angelmodde aufgeführt wurde, und deutet kaum an, was da noch kommt nach der intensiv wiederholten Gnaden-Bitte.

Es sang der Chor der Friedenskirche Münster, verstärkt durch einige Sänger der Fachhochschule Münster. Dort arbeitet Professor Hans Hermann Wickel, der die Leitung hatte. Den anspruchsvollen instrumentalen Part übernahmen professionelle Musiker, die in der Musikschule Wolbeck tätig sind und in der Musikszene einen Namen haben: am Piano Peter Kräubig, am Saxophon Thomas Koyer, and er Gitarre Sven Bey, am Schlagzeug Knut Hagedorn und am Kontrabass Hans-Dieter Otto. Für die Technik sorgte Felix Hoffmann. Mal musste das Jazz-Quintett sich zugunsten der rhythmischen Begleitung des Chores zurücknehmen, dann wieder in Soli tragende Rollen übernehmen.
Die „New York Mass“ des Komponisten Christoph Schoepsdau ist eine Seltenheit. Zwar steht sie in der Tradition liturgischer Messkompositionen, erkennbar im Weg vom Kyrie über Credo bis zum Agnus die, doch Schoepsdau lässt anderen Elementen Raum: dem Improvisieren, wie es im Jazz kultiviert wird. So gab es swingende Passagen und lateinamerikanische Einflüsse, auch Funk und Gospel-Elemente nebst den ausdrucksstarken Soli vor allem von Saxophon, Kontrabass und Schlagzeug.
Recht erfolgreich stellte sich das Ensemble aus Vokalisten und Instrumentalisten fast durchweg auch der Aufgabe, Gesang und Spiel voneinander zu trennen. Beide harmonierten sehr gut und der Chor hat die Qualität, in der Mehrstimmigkeit zu überzeugen.
Die „New York Mass“ kann zunächst den Vorteil für sich verbuchen, durch ungewohnte Klangkombinationen Aufmerksamkeit zu fesseln. Und so ist es eine besondere Einladung und Gelegenheit, in das religiöse Geschehen hineinzuhorchen. Soweit nicht mancher instrumentelle Part eher der Autonomie flotter Jazz- und Swing-Rhythmen folgt.
Das Konzert-Angebot zog: Die beiden Räume der Kirche waren gut gefüllt. Und der gesammelte Applaus zum Schluss sehr intensiv.
Wickel widmete die Aufführung dem Andenken an den vor wenigen Tagen im Alter von 57 Jahren verstorbenen Haiti-Katastrophen-Helfer Dr. Richard Munz. Die Spenden galten der Förderung der „Kirchenmusik vor Ort“.

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