Wolbecker Mittagstreff feiert 2019 sein Jubiläum

Jubiläum Wolbecker Mittagstreff 2019. Fotograf: A. Hasenkamp.

Münster-Wolbeck. Ein Programm mit Weltpremieren gab es zum Jubiläums-Auftakt des Wolbecker Mittagstreffs am Mittwoch. Gabriele Knuf, die den Treff mit Margarate Franz und Brigitte Heßling organisiert, begrüßte Gäste und ehrenamtliche Helferinnen der Institution im Saal des Achatiushauses.
Seit zehn Jahren findet hier der „Wolbecker Mittagstreff“ statt: Zweimal wöchentlich trifft man sich zum Mittagessen – aber das hat wenig gemein mit dem Essen in einer Kantine. „Es geht nicht ums Essen, es geht um die Gemeinschaft“, sagt Bernhard Sandbothe, Leiter des Hauses der Alexianer. Aus deren Küche kommt das Essen. Dass die Helferinnen, derzeit 21 an der Zahl, selbst immer wieder ein mit Neugier und Vorfreude erwartetes Dessert bereiten, ist nur ein Unterschied. Wichtiger: Es gibt eine feste Sitzordnung, „man fängt gemeinsam an, man hört gemeinsam auf“, sagt Sandbothe. Das macht den Treff familiär. Es fällt sofort auf, wenn mal jemand nicht dabei ist. Teilnehmer sind einige Bewohner des Hauses, einige aus dem Service-Wohnen und viele externe Gäste aus Wolbeck. Die Nachfrage ist groß; zwei stehen auf der Warteliste. Zwischen 26 und 30 Menschen seien dabei an den beiden WMT-Tagen, Dienstag und Donnerstag, so Knuf. Das Vorbeten übernimmt meist Winfried Schagen. Als Chauffeur für jene, die schlecht zu Fuß sind, ist Dieter Fischer in Wolbeck unterwegs: „Wenn Not am Mann ist, auch in Angelmodde-Dorf“.

„Wichtiger als das Essen ist die Gemeinschaft“ Bernhard Sandbothe

Der Treff entstand vor zehn Jahren, als ein Mittagsangebot in der evangelischen Christuskirche auslief. Die Anfrage im Achatiushaus stieß bei Sandbothe auf Gegenliebe. „Ich komme seit zehn Jahren“, sagt Friederike Herting. Kern des Anfangs-Teams waren Knuf, Susanne Walter-Fritzen, Heßling, Ursula Lau und Christel Mentrup. Inzwischen sind es 21: „Wir schätzen einander, wir mögen einander, wir vertrauen einander.“
Über 25.000 Essen dürften in den zehn Jahren zusammengekommen sein. Wolfgang Fiebig trug vor, wie er die Laufleistung der Helferinnen berechnete. Er kam auf weit über eine Million Schritte.
Die Alexianer bieten Schulung etwa im Bereich Hygiene, sorgen für das Essen und flankieren etwas, sagt Sandbothe. Der Kern ist für ihn das Besondere des Treffs. „Sowas funktioniert auch nur in Wolbeck“, sagt er, der einen gewissen Überblick hat über solche Versuche in Münster. Formal hätte man ähnliches auch mit Angestellten tun können, denkt Sandbothe: „Es hätte nicht den Charme und es wäre teurer.“
Zum Jubiläum waren bis auf einen alle Gäste gekommen und ausnahmslos alle Helferinnen. Auch das, so Knuf, sei eine Premiere. Premieren und Weltpremieren gab es zuhauf bei Sketchen und Gesangseinlagen. Für alle Buchstaben von „Mittagstreff“ hatte Knuf Begriffe mit passenden Anfangsbuchstaben gefunden: Von M wie Miteinander über E wie Ehrenamt bis F wie Fröhlich.
„Von Mensch zu Mensch“ ist ein Zusammenschluss von derzeit 12 Stadtteilinitiativen in Münster. Insgesamt engagieren sich etwa 250 Ehrenamtliche in der Nachbarschaft im Stadtteil. Die Ehrenamtlichen besuchen, begleiten und beraten ältere und hilfebedürftige Menschen im Alltag.
Die erste Feier im Jubiläumsjahr war der 10. Neujahrstreff. Das eigentliche Jubiläum ist im Mai. Folgen sollen u.a. ein Radausflug für Helfer und eine Visite in der „Kiepe“.

„Von Mensch zu Mensch“ ist ein Zusammenschluss von derzeit 12 Stadtteilinitiativen in Münster. Insgesamt engagieren sich etwa 250
Ehrenamtliche in der Nachbarschaft im Stadtteil. Die Ehrenamtlichen besuchen, begleiten und beraten ältere und hilfebedürftige Menschen im
Alltag. Von Mensch zu Mensch wird von der Stiftung Magdalenenhospital gefördert und von der FreiwilligenAgentur Münster unterstützt.“  Kirsten Wegener-Bücker,  FreiwilligenAgentur Münster

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