Vernissage zu einer Entdeckungs-Reise: Thomas B. Schulz stellt wieder aus

Viele Gäste im Pfarrzentrum St. Bernhard bei Vernissage zur Kunstausstellung

Münster-Angelmodde. Die Wände im Pfarrzentrum von Sankt Bernhard sind voll, der Saal war es auch bei der Vernissage: Der Künstler und Pfarrer Thomas B. Schulz begrüßte am Samstag eine Fülle von Gästen aus der weiteren Umgebung; auch aus Bremen waren Gäste gekommen. Eingeladen hatte Schulz auch die Besucher der gemeinsam mit Pfarrer Klaus Wirth zelebrierten Messe – zumal auch dort eines, und zwar das größte der Werke hängt.

„Natürlich malt ein Pastor was Frommes“, bezog sich Schulz auf eine verbreitete Erwartung, aber so etwas habe ihn nicht geleitet, auch nicht bei der Wahl des Titels der Ausstellung: „natürlich spirituell“. Stattdessen erwähnte Schulz zuerst Natur und Klimawandel: „Wir merken, dass sich in der Natur etwas verändert.“ Es sei „höchste Zeit, dass wir ein neues Verhältnis zur Natur bekommen.“ Panik oder Bagatellisierung – „der Weg dazwischen ist der richtige.“ Das, was „uns geschenkt ist, neu schätzen zu lernen“, ist ihm ein Anliegen.

Die Werke verteilen sich über das ganze Pfarrzentrum; es lohnt sich ein Gang durch das Foyer ins Treppenhaus bis oben in den Flur, wo kleine wie auch besonders großformatige Werke gehängt sind.

Wenig hat Schulz über für jene Frage, die in Schulen „eingehämmert“ zu werden pflegt: Was wollte uns der Künstler damit sagen? Der aber wollte das gar nicht, sagte Schulz. Für ihn ist vieles Ausfluss einer Meditation, die nicht bewusst eine Botschaft oder auch nur Gegenständliches vermitteln will. Es aber kann. Und Schulz erzählte von einem Beispiel: Gemalt hatte er das Bild in der Osterzeit, doch ohne eine solche Absicht war abstrakt. Dann entdeckte er, dass es zwei Personen darstellen kann, und zwischen ihnen ein Licht. Schulz fühlte sich erinnert an „und brannte uns nicht das Herz“ – an die Geschichte der Emmaus-Jünger. Eine Betrachterin brachte ihn darauf: Ist dort nicht eine Schriftrolle zu sehen? So fügte sich ohne Absicht aus dem Unterbewussten etwas zu einem Bild, in das sich nun etwas hinein- oder herauslesen lässt. Dazu böten die Bilder dem Einzelnen Gelegenheit, eigenes in ihnen zu entdecken, statt sich von einem wohlinformierten Führer etwas vorgeben zu lassen. So trägt ein Teil der Werke keinen Titel.

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In diesem Sinne bietet Schulz sogenannte „Entdeckung-Reisen“ durch die Ausstellung an 7 verschiedenen Tagen an: Samstag 8. Februar 15 Uhr bis 16:30 Uhr, Donnerstag 20. Februar 18 bis 19:30 Uhr, Sonntag, 1. März 15 bis 16:30 Uhr, Samstag 7. März 15 bis 16:30 Uhr, Sonntag 15. März 15 bis 16:30 Uhr, Mittwoch 25. März  18 bis 19:30 Uhr und schließlich Donnerstag 2. April 18 bis 19:30 Uhr.

Schulz ist seit seiner Jugend künstlerisch tätig und organisiert seit 1993 Ausstellungen, in Kirchen, Krankenhäusern oder Pfarrheimen oder im Priesterseminar.

Eigentlich praktiziert der Künstler den Grundsatz, nicht in den Gemeinden auszustellen, denen er tätig ist. Wirth überzeugte ihn, den Grundsatz zu durchbrechen. Cello-Musik von Arne Tigges beschloss die Vernissage.

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