Ungehörtes auf der alten Orgel von St. Marien

Karl-Bernhardin Kropf verarbeitet improvisierend Vorschläge aus Rostocker Publikum

Konzert in Sankt Marien in Rostock am 1. September 2023, 18 Uhr – Artikel von Andreas Hasenkamp, Von-Holte-Str. 44. A, 48167 Münster, Tel. 0178 5314018

Der Organist von Sankt Marien konnte bei seinen Improvisationen am Freitagabend auf etliche Anregungen aus dem Publikum zurückgreifen, dabei war dieses Konzert der Reihe „Kleine Sommerkonzerte“ gar nicht als Improvisation angekündigt.

Die Glocken läuten, die Uhr in Sankt Marien bimmelt, und über 50 Gäste sind neugierig. Zwei weitere Konzerte stünden noch bevor, verspricht Karl-Bernhardin Kropf. Er erinnert daran, dass die freiwilligen Spenden der Kirchengemeinde auch das Einladen von Gastmusikern erlauben würden. Dabei seien Improvisationen besonders interessant, da die Organisten hierbei spontan auf leichte Mängel der Orgel reagieren könnten. Solche Mängel hat die in die Jahre gekommene Orgel sicherlich. Meist spielten Männer die Improvisationen, sagt Kropf, aber es gäbe bereits einige faszinierend spielende Frauen „und es werden auch immer mehr.“

Dann hantiert Kropf mit etlichen Zetteln – den Anregungen der Gäste. Da sei die Passacaglia von   Johann Sebastian Bach vorgeschlagen worden, als Thema „Jesus bleibet meine Freude“ wenn wir in höchsten Nöten sein – er werde etwas “zusammenrühren“. Sein Programm für den ersten Teil stehe, ganz Mittbach: Improvisationen zur Toccata, zur Passacaglia, zu „Jesus bleibet meine Freude“. Zum zweiten Teil des Programms werde er etwas von oben von der Orgel sagen, dort habe er ein Funkmikrofon.

Die Improvisation beginnt dramatisch. Zum Dräuenden, einem kurzen Murren aus der Tiefe folgt Melodisches. Dann, einfach absteigend, geht es in die Ferne und Tiefe. Das Gesang-Buch-Thema wird aufgegriffen, dann wühlt und fördert der Organist mehr hervor, quellen Klänge nach oben, anschwellend, wie los- und emporgerissen. Gefolgt von einer leisen Andeutung.

Eher meditativ setzt Kopf die Improvisation fort, Melodie-Elemente, eingebettet in ein gedehntes Continuo.

„Oh Ewigkeit, du Donnerwort“  – dieses Kirchenlied ist aus dem Gesangbuch längst verschwunden Kropf lässt mit diesem Ernst den zweiten Teil beginnen. Eine schnarrende tiefe  Pfeife hebt an, drückende, dystopische Disharmonien folgen. Deutlich fröhlicher ist, was Kropf aus den nächsten zwei Anregungen des Publikums macht, aus dem Wanderlied “Im Frühtau zu Berge“ und der Bild-Idee von Schmetterlingen. Überrascht scheint ein Wanderer immer wieder inne zu halten, verwundert über Formen und Dynamik der Natur. Das Finale verarbeitet „Großer Gott, wir loben dich“, zunächst kaum verfremdet, dann wie verweht. 

Nach weniger als einer Stunde endet dieses wie versprochen kurze Sommerkonzert, dass so reich ist an virtuos umgesetzten Ideen. Zwei Orgelkonzerte folgen, bevor die vierteilige Reihe endet. Wieder Freitags um 18 Uhr spielt Olga Zernaeva die Querflöte zu Kropf an der Truhen-Orgel, dann, am 15. September 2023 sitzt Benjamin Jäger an der Orgel der Westempore. Noch funktioniert sie. Immerhin ist die  Elektrik von 1938, die Fassade von 1770. Man kann einfach so spenden, oder dies mit verbinden mit einer Orgel-Führung oder dem Erwerb von CD oder Faltblatt zur Orgel.

() Karl-Bernhardin holt aus der alten Orgel improvisierend Bemerkenswertes heraus – und drei weitere Künstler in die Marienkirche. Foto: A. Hasenkamp.


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