Tipps auf dem Weg zum Diebstahls-Eldorado Weihnachtsmarkt

Tipps auf dem Weg zum Diebstahls-Eldorado Weihnachtsmarkt

Zuletzt aktualisiert 21. Dezember 2016 (zuerst 2. Dezember 2013).

Münster. Ihre Faltblätter mit Tipps gegen Taschendiebstahl gehen weg wie Glühwein: Je zu zweit zeigten am Samstag vier Polizisten von Bundes- und Landespolizei im Hauptbahnhof Münster Präsenz.

Viele sprechen die beiden Polizisten selbst an, häufig aber treten Passanten an sie heran, wollen schnell ein Faltblatt haben. Auch die Kollegen werden auf dem Bahnsteig „belagert“. Warum? „Der Mann mit der Mütze muss alles wissen“, erklärt Polizeioberkommissar Karl-Heinz Schnippe.

Eine Seite des Faltblatts hat die Polizei mit einem Plan der Innenstadt versehen – rote Sterne markieren die Weihnachtsmärkte. Auf der anderen Seite prangt eine Karikatur: Erschrocken stellt ein Taschendieb fest, dass die Handtasche der verfolgten Frau ein massives Schloss ist. Wie man sich wirklich und ohne Aufwand vor Taschendieben schützt, liest man daneben. Die Piktogramme neben dem Text haben die Polizisten sich für Menschen mit Problemen im Deutschen ausgedacht. Auch die Britin aus Sussex könnte auf ihrem Weg zum Weihnachtsmarkt davon profitieren. Aber sie macht sowieso alles richtig: Sie trägt die Handtasche unter dem Wintermantel.

Opfer von Taschendiebstahl zu werden sei vermehrt ein Problem für junge Leute, sind sich die Polizisten einig. Längst sind nicht nur Geldbörsen das Ziel. Smartphones sind teuer und viele trügen sie gern zur Schau: ein „Gabenteller“, meint Tennen, wenn sie etwa im Café auf dem Tisch liegen: Dann fragt der Dieb nach dem Weg, legt seinen Stadtplan kurz über das teure Status-Symbol …. Nichts zu holen ist bei einem Paar aus Herzebrock-Clarholz: Von den Wertsachen hat sie nur das Nötigste mitgenommen, die EC-Karte blieb daheim – die Handtasche fast leer, das Portemonnaie unter dem Mantel.

Häufig seien Männer leichtsinnig, erzählen Hauptkommissar Norbert Temmen von der Bundespolizei, tätig im Ermittlungsdienst und als Koordinator Prävention, und sein Kollege von der Landespolizei, Kriminalhauptkommissar Uwe Schnaubelt: Da steckt die Börse in der hinteren Hosentasche – ideales Ziel im Gedrängel. Man solle sie wenigstens nach vorne stecken, rät Tennen, da habe man mehr Gefühl. Besser ist die Innentasche des Mantels. Ein wenig mehr Bewusstsein mache viel aus, so die Polizisten. Die Hand- oder Umhänge Tasche solle man doch besser mit der Abdeckung zum Körper hin tragen. Ihre Tasche mit Reißverschluss ohne Abdeckung sei ganz ungünstig, sagt Temmen einer etwas irritierten Frau. Am besten trage man Wertsachen blickgeschützt am Körper.

Die Taktik der Taschendiebe sei, Körperkontakt zu bekommen: Ob beim Antanzen in der Disco oder im provozierten Gedrängel beim Einsteigen in den Zug. Oder auf dem „Eldorado“ Weihnachtsmarkt.

Die Polizei hat angekündigt, auf den Weihnachtsmärkten durchgängig Präsenz zu zeigen.

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