‚That’s Photography‘: Andreas Feininger im Stadtmuseum Münster / Klassiker der Fotografiegeschichte

“Fotografie, die Sprache des Sehens, ist mein Medium. Indem sie die Kluft zwischen Sprache und Buchstaben überbrückt, wird sie zum idealen Mittel der weltweiten Kommunikation.” (Andreas Feininger)In der aktuellen Sonderausstellung "Andreas Feininger – That's Photography" zeigt das Stadtmuseum Münster in Kooperation mit der Friedrich-Hundt-Gesellschaft e.V. rund 100 Schwarz-Weiß-Aufnahmen des Fotografen. Im Mittelpunkt stehen Feiningers ausdrucksstarke Aufnahmen von New York aus den 1940er Jahren.

Andreas Feininger, am 27. Dezember 1906 als ältester Sohn des Malers Lyonel Feininger in Paris geboren, gehört zu einer Künstlergeneration, die in der Zeit nach dem Ersten Weltkrieg die Fotografie als künstlerisches Medium für sich entdeckt und eine neue fotografische Sehweise entwickelt. Klarheit, Einfachheit und Organisation sind für den Meisterfotografen die Grundprinzipien seiner Arbeit. Wie kaum ein anderer versteht er es, Bildinhalte mit strengen formalen Kriterien wie Perspektive und Komposition zu verknüpfen.
Am Bauhaus in Weimar, wo auch sein Vater als Lehrer tätig war, absolviert Andreas Feininger zu Beginn der 1920er Jahre eine Ausbildung zum Kunsttischler. Im Anschluss daran studiert er Architektur an den staatlichen Bauschulen in Weimar und Zerbst. In dieser Zeit entwickelt sich sein Interesse für die Fotografie. Er beschäftigt sich zunächst mit den technischen Aspekten der Fotografie und experimentiert mit verschiedenen Verfahren wie Solarisation, Fotogramm und Bas-Relief. Da er sich eine Kamera mit extremem Teleobjektiv nicht leisten kann, konstruiert er sie selbst.

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Weimar – Paris – Stockholm – New York

Nach Abschluss seines Studiums arbeitet Feininger als Architekt in Hamburg und für kurze Zeit in Paris bei Le Corbusier. Als ihm in Frankreich die Arbeitserlaubnis entzogen wird, geht er 1933 nach Stockholm. Hier konzentriert er sich zunehmend auf die Fotografie und macht sich sehr bald einen Namen als renommierter Architekturfotograf.

Mit Ausbruch des Zweiten Weltkriegs emigriert Feininger nach New York. Seine Ansichten dieser Metropole, die kurz nach seiner Ankunft entstehen, zählen heute zu den Klassikern der Fotografiegeschichte. In New York arbeitet er zunächst als freischaffender Fotograf, wird aber bereits 1943 als Bildredakteur beim "Life"-Magazin angestellt. Er gehört fast zwanzig Jahre dem berühmten Fotografenstab der Zeitschrift an, die als Wegbereiter der zeitgenössischen Bildberichterstattung gilt.

Nachdem er das Magazin 1962 verlassen hat, veröffentlicht er zahlreiche Fotolehrbücher, die inzwischen zu den Standardwerken der Fotoschule zählen. Ende der achtziger Jahre hat Andreas Feininger das Fotografieren aufgegeben und sich dem Archivieren seiner Arbeiten zugewandt. Am 18. Februar 1999, im Alter von 92 Jahren, stirbt er in New York.

Stadtansichten und Naturmotive

Andreas Feiningers Werk ist von zwei großen Themenkomplexen bestimmt: Stadtansichten und Naturmotive. Die Architektur und das Leben seiner Wahlheimat New York haben ihn über die Jahrzehnte hinweg fasziniert. Die Metropole bildet den thematischen Schwerpunkt der Ausstellung im Stadtmuseum Münster. Immer wieder hält Feininger die Skyline von Manhattan, die Straßenschluchten, die Wolkenkratzer, die Brücken und Hochbahnen in atmosphärisch dichten Bildern fest.

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Mit derselben Begeisterung widmet Feininger sich den Naturstudien. Seine minutiösen Detailaufnahmen von Insekten, Blumen, Muscheln, Holz und Steinen verleihen den in der Natur vorgefundenen Formen oft einen skulpturalen Charakter. In der strengen Komposition seiner Bilder entfaltet der Mikrokosmos eine monumentale Wirkung.

Die Ausstellung von Buchsteiner Art Management präsentiert das Stadtmuseum Münster in Kooperation mit der Friedrich-Hundt-Gesellschaft e.V. Unterstützt wird die Ausstellung durch die Stadt Münster mit Mitteln der Gewinnausschüttung der Sparkasse, durch den Verband Westfälisch-Lippischer Sparkassen sowie durch die Kulturstiftung der Provinzial.

Die Ausstellung "Andreas Feininger – That´s Photography" ist bis zum 3. April im Stadtmuseum Münster zu sehen. Das Museum ist dienstags – freitags von 10 – 18 Uhr, samstags, sonn- und feiertags von 11 – 18 Uhr geöffnet. Der Eintritt ist frei!

Begleitend zur Ausstellung ist ein Katalog für 29,80 Euro erhältlich.

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