Problemviertel Bahnhofs-Umfeld: Podiumsdiskussion auf Einladung der CDU-Ratsfraktion Münster

Problemviertel Bahnhofs-Umfeld: Podiumsdiskussion auf Einladung der CDU-Ratsfraktion Münster
Diskutierten Optionen der Gestaltung des Bahnhofs-Umfelds: Dr. Wolfgang Schneider, Stefan Leschniok, Heinz Lembeck, Jürgen Tölle, Richard-Michael Halberstadt und Alexander Koch. Fotograf: A. Hasenkamp, Münster.

Zuletzt aktualisiert 18. Mai 2018 (zuerst 16. Mai 2018).

Münster. Problemviertel ist jeder Bahnhof mit Umfeld, im In- und auch Ausland, in Münster weniger als anderswo. Dazu gab es keinen Widerspruch auf dem Podium der Veranstaltung der Ratsfraktion der CDU und Arbeitskreis Innere Sicherheit der CDU Münster. Vom Leitungsstab der Polizei in Münster war Jürgen Tölle gekommen, für den Drogenhilfeverein INDRO Dr. Wolfgang Schneider, vom Sozialamt Heinz Lembeck, aus der Ratsfraktion der CDU die jeweiligen Sprecher für Ordnungspolitik und für Soziales, Stefan Leschniok und Richard-Michael Halberstadt. Alexander Koch, CDU Münster, moderierte die fast zwei Stunden im Stadtweinhaus bündig und für die Bürger mit Gelegenheit zum Fragen und Nachhaken.

Kriminalität im Bahnhofs-Umfeld nicht allein Sache von Randgruppen

15 Prozent von Münsters Straftaten fallen im Bahnhof und Umfeld an, auf einem Quadratkilometer, so Leschniok. Dazu gehörten auch Taten im Umfeld des Party-Treibens an den Wochenenden, betonte Halberstadt. Das könne man nicht den Randgruppen zurechnen. Drei seien es im Wesentlichen: Obdachlose, Drogenabhängige, und etliche Rumäninnen und Rumänen ohne Perspektive.

Die Kriminalität sei hier rückläufig, so Tölle, das Sicherheitsgefühl beim Bürger aber nicht besser. Bei der Gestaltung des Umfelds wünscht Lembeck Betroffene einzubeziehen, die mit üblichen Kanälen der Verwaltung kaum erreichbar seien. Problemlos sei das nicht, so Schneider, aber Interesse vorhanden: Die Abhängigen hätten Angst, verdrängt zu werden.
Die Drogen-Szene in Münster sei nicht gewachsen, aber sichtbarer geworden, so Schneider. Das Angebot des Drogen-Raums im INDRO werde stärker genutzt; es habe hier noch keinen Drogen-Toten gegeben. Die Einrichtung halte wöchentlich eine über vierstellige Zahl von Spritzen von der Straße und die mobile Spritzen-Entsorgung werde noch verstärkt.
Halberstadt betonte die Linie, Angebote zu machen und auf das Einhalten von „Spielregeln“ zu pochen. Das funktioniere, auch von Seiten von Punkern.

Netz von Akteuren aktiv im Bahnhofs-Umfeld in Münster

Grundsätzlich ist das Miteinander der Akteure gut, das zeigte sich auch in der Stellungnahme des Vorsitzenden der ISG Bahnhofsviertel Münster, Gebhard von und zur Mühlen.
Wenig kontrovers waren die Einschätzungen der Teilnehmer auf dem Podium. Freilich forderte Leschniok mehr an sichtbarem Eingreifen der Polizei; Tölle konterte, man sei häufig schon aktiv, bevor Stimmen dazu aus Politik oder Zeitung laut würden. Die Polizei ermittelt viel verdeckt, um gerichtsfeste Ergebnisse zu erzielen.

Aus dem Publikum kam teils enttäuscht klingende Kritik, ein Zwischenruf über „Sonntagsreden“. Leschniok korrigierte einen Kritiker: der Kommunale Ordnungsdienst werde bald nicht nur vier, sondern sechs zusätzliche Kräfte speziell in das Bahnhofsumfeld schicken.
Eine Frau verdeutlichte, wie offen gezeigtes kriminelles Handeln, „dreistes Dealen“ auf offener Straße, das Sicherheitsgefühl beschädigt. Sie dankte der Polizei, dies abgestellt zu haben. Auch sie plädierte gegen ein Verdrängen. „Sie sind Bürger von Münster“, man müsse „auch das Hässliche sehen“.

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