„Musik zum Advent“ erinnerte in Angelmodde an Sinn der Vor-Weihnachtszeit

Münster-Angelmodde. „Die Musik zum Advent“, die für den Mittwochabend in St. Agatha angekündigt war, geriet zu einer besonderen Andacht mit Ton und Text. Ihr Motto, das Domkapitular Martin Hülskamp in seinen Texten beschäftigte, war „Wachet auf!“.

Wachet auf!

Das „Wachet auf!“ auf galt zuerst den müden Jüngern Jesu. Es war eine Einladung, so Hülskamp.

Es werde noch heute nicht richtig ernst genommen. Klein und niedlich, so werde der Advent  häufig gesehen und praktiziert, Folklore und Zimtstern, die Augen schließen und die Ohren verstopfen. Viele sähen es als fremd und lästig. Advent bedeute aber zunächst Buße und Umkehr. „Schließlich hängt es von uns ab, ob die Welt etwas von Seiner Liebe erfährt oder nicht“, sagte Hülskamp. „’Wachet!’ Und er meint uns.“

Advent – fremd und lästig

Den Ausspruch „Bei Licht betrachtet sieht die Sache ganz anders aus“ griff Hülskamp ebenfalls auf. „Dunkelheit“ lasse sich nicht künstlich vertreiben. Sie zeige sich in den Katastrophengebieten und dem verbreiteten Mangel am Lebensnotwendigen. Hier seien   kleine  Taten im Alltag gefragt, damit die Dunkelheit nicht mehr so undurchdringlich sei.

Dem ernsten Tenor von J. S. Bachs „Wachet auf, ruft uns die Stimme“ ließ der Gast-Organist Werner Schulze Buschhoff ein fröhlich-springendes Präludium von Dietrich Buxtehude folgen. Neben Mozart erklangen zwei weniger bekannte Komponisten, nämlich aus dem 17. Jahrhundert Samuel Scheidt und der ehemalige Domorganist zu Würzburg, Paul Damjakob, mit einer Improvisation zu „Ave Maria zart“. Schulze Buschhoff bekannte im kleinen Kreise: „Ich liebe diese Orgel, ich liebe diese Kirche.“

Hülskamp und Schulze Buschhoff geben diese Konzerte mit ihrer Verzahnung von Ton und Text schon seit etlichen Jahren in der wiederum stimmungsvoll nur mit Kerzen beleuchteten kleinen Kirche. Und sie finden eine treue Hörerschaft über Angelmodde hinaus.

Am Sonntag spielt Schulze Buschhoff um 18 Uhr in Alt. St. Clemens in Münster-Hiltrup; dort trägt Pater Joachim Jenkner Texte vor.

Buchtipps: 

 {amazone asins=B000LXGRW6 align=right}Die Orgel Tanzt{/amazone}

Zu Foto Kerzen

Raum für Besinnung zur Tat im Alltag wollte die „Musik zum Advent“ in St. Agatha sein. Foto: -anh-.

Advent ist nicht einfach bequeme Freude, seine Farbe Violett heißt zunächst Buße und Umkehr, so Domkapitular Martin Hülskamp (r.) An seiner Seite der Organist Werner Schulze Buschhoff. Foto: -anh-.

Bitte gib der Seite ein

Verwandte Inhalte:

  • Münster.-  Seit Wochen ausverkauft ist "Jazz Inbetween" am 6. Januar. Indes bleibt Musikfreunden ohne Ticket ein kleiner Trost: Wer sich rechtzeitig vor Konzertbeginn (18 Uhr)  in den Städtischen Bühnen an der Theaterkasse einfindet, kann mit Glück noch Karten ergattern.  Reservierte, aber nicht rechtzeitig abgeholte Eintrittskarten gehen zurück in den Verkauf. Info zu…
  • Münster-Wolbeck. Ganz lehrerfrei inszenieren fünfzehn Schülerinnen und Schüler des Gymnasiums Wolbeck das Stück „Erziehungssache“. Der eingebildete Kronprinz Otto muss plötzlich die Nachfolge des Vaters antreten. Die fehlenden Fähigkeiten trichtern ihm Lehrer ein, bis das Volk einem harten Herrscher huldigen kann. Ein Stück mit Ironie und Sarkasmus, so Michael Westerburg, der…
  • Münster-Angelmodde. Die beiden müssen sich recht gut kennen, dass sie sich so flott und ungezwungen „die Bälle zuspielen“ können. Zumal sich Pianist Arne Tigges und Guido Neumann im Pfarrzentrum von St. Bernhard mit einem musik- und instrumentenhistorischen Thema befassten. Vom Chalumeau über die Klarinette bis zum Saxophon Sie hangelten sich…
  • Münster-Wolbeck. „Etwas Schwungvolles“ hatte Organisator Dr. Reinhard Sappok ausgesucht und einen Wirbelwind gebracht. Boogie Woogie hieß einst auch Honky-Tonk, also „Kneipe“, weil er hauptsächlich dort gespielt wurde. In Wolbeck tobte der lebenslustige Stil am 10. September 2005 im Rittersaal des gräflichen Drostenhofs. Viele Eigenkompositionen und Arrangements hatten Christian Bleiming am…
  • Münster-Wolbeck.  „Da kommt der Münsterländer noch mal ein bisschen ins Schwitzen, bei so viel Text“ - sagt Workshop-Leiterin Bea Nyga im Pfarrheim St. Nikolaus. Kein Widerspruch kommt – das Lied hat es ja wirklich in sich und Nyga ist selbst so eine Münsterländerin. Die in Köln wohnende Hiltruperin hat am…
Follow by Email
RSS