Gässchen zu Gärten und „Schmüschen“ – Historisches Luer Pättken mit drei Schildern geehrt

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Münster-Angelmodde. Es geht alles sehr schnell: Der angekündigte Lokalpolitiker erscheint nicht – schwupps, schon hat Georg Volbers vor einigen Dutzend Rad-Besitzern die weiße Hülle des Schildes heruntergerissen. Als ob die Vorbereitung nicht lange genug gebraucht hätte.

{mosimage}„Luer Pättken“ hieß der Weg im Volksmund immer, Luerpättken heißt er nun auch wieder offiziös: gleich drei Schilder verkünden den Namen. Rot auf Hellblau erläutert das Schild: „Alter Weg vom Kirchplatz in die Gärten und Felder der Anrainer an der Kirche.“ In den Gärten wurde bis in die 50er Jahre Gemüse gepflanzt, auch Kartoffeln. Für die meist armen Bewohner war es ein wesentlicher Teil der Ernährung. Ein anderer Zweck des  dreiteiligen, von Hecken gesäumten, etwa 130 Meter langen Gässchens: Hier trafen sich Liebespaar auf ein „Schmüschen“ im Schutz der Hecken und Winkel. Der Angelmodder Gemeinderat hatte in seiner letzten Amtsperiode 1970 bis 1975 noch den Namen „Luerpättken“ offiziell als Straßennamen beschlossen. Die Eingemeindung kostete Angelmodde den Namen und die Schilder. 38 cm breit sind die nun neu angebrachten ellipsenförmigen Schilder. Die Ähnlichkeit mit dem Schild am Gallitzin-Haus, ebenfalls getragen von den Heimatfreunden Angelmodde e.V., ist kein Zufall. Der Entwurf stammt von Peter Junglas. Die Idee hatte Helmut Damwerth. Die Generalversammlung der Heimatfreunde begrüßte die Idee im November 2006 noch in der Amtszeit von Professor Kajo Plassmann, und Damwerth stiftete das Geld. Plassmanns Nachfolger Georg Volbers hatte dann allerhand Genehmigungen der Grundstücks- oder Hauseigentümer einzuholen, darunter von Josef Aland und der Familie Schapmann. Auch die Stadtwerke gaben ihr Ja. Schilder, Halterung und Schellen waren zu beschaffen.
{mosimage} Mehrfach wurde die  Einweihung verschoben. Am Samstag schließlich war der Stifter Helmut Damwerth aus familiären Gründen kurzfristig verhindert.
"Ein Weg ohne Name ist eigentlich kein Weg", meinte Volbers. So habe Angelmodde nun ein Stück Heimat wiederbekommen. Wege mit informellen Namen gibt es noch mehr in Angelmodde. Das „Lange Schemm“ nennt Volbers als Beispiel, auch den Mühlenweg. Es könnten noch etliche Schilder gestiftet werden. „Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt“, rief er den versammelten Radfahrern zu. Die brachen sogleich mit dem Bürgerschützen und Heimatverein Angelmodde zu ihrer Herbstwanderung ins sonnige Münsterland zum Hof Kintrup auf.

 
Durchgangsgasse und geruhsame Stätte des Flanierens war und ist das „Luer Pättken“, das nun mit Schildern benannt ist. Foto: -anh-.
 
Georg Volbers (l.), Vorsitzender der Heimatfreunde Angelmodde e.V. organisierte das Anbringen der Schilder. Neben ihm seine Frau, Professor Kajo Plaßmann und Bernhard Hohmann-Niehoff.

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