Dorstener Big Band zu Gast im vom KvG-Ensemble „vorgeheizten“ Kulturbahnhof

Die Big Band Dorsten spielte zum ersten großen Konzert im Kulturbahnhof in Hiltrup, und Hiltruper in der Big Band. Foto: A. Hasenkamp, Fotograf in Münster.

Münster-Hiltrup. Seilschaften machen manches möglich: Die Big Band Dorsten spielte zum ersten großen Konzert im Kulturbahnhof in Hiltrup, und Hiltruper in der Big Band. [Foto-Strecke Dorstener Big Band im Kulturbahnhof Hiltrup]

Zum Aufheizen gab es knappe drei Stücke von der Big Band des Kardinal-von-Galen-Gymnasiums: Den „Libertango“ von Astor Piazzolla, Duke Ellingtons „Caravan“, „Reptile“ von Jay Chattaway. Alle drei in Arrangements für die – absolut hörenswerten – Möglichkeiten eines Schüler-Ensembles. Das war für sie schon der sechste Auftritt seit den Sommerferien, vom Dom bis zum Kulturbahnhof, rechnete ihr Leiter Andreas Klomfass vor. Das Winterkonzert werde neue Stücke bieten. Mehrere Musiker wollten gern ins Ensemble aufrücken. „Sie scharren schon mit den Hufen“ – daran arbeite man, so Klomfass.

Das Präludium für die Gäste und Haupt-Band des Abends, die Big Band Dorsten, spielte erstmals der münsterische Boogie-Pianist Daniel Paterok. Dann gab’s „Take The A Train“ von Billy Strayhorn als Hommage an den Kulturbahnhof. Einer der Leiter der Big Band, der sehr beschwingte Stephan Schulze, lobte ihn später als „toll“. So war auch die Musik der Dorstener. Sie boten Sam’s Boogie von Sammy Nestico, A Foggy Day von Gershwin in einem Arrangement von Stefan Pfeifer-Galilea. Der leitet eigentlich eine Band in Köln. „Wir sind Freunde“, erklärte Schulze gegenüber den WN. Die Hiltruper und ihr Bahnhof hatten ganz schön Glück an ihrem Abend. Gern spendeten sie, auch, um die Kosten für das Klavier aufzubringen. „After You’ve Gone“ von Turner Layton erklang in einem Arrangement von Mark Taylor, von Strayhorn stammt das um 1944 entstandene „Mid-Riff“, Neal Hefti schrieb 1952 „Sure Thing“. Das war nicht das einzige Stück des Abends aus den 40er und 50ern. Und mehrere Stücke konnte die Band nur spielen, weil manche, so Schulze, ein „seltsames Hobby“ pflegen: Sie hören alte Platten und schreiben die Noten dazu. Die gibt es sonst nicht. Wieder Glück gehabt.

Nach der Pause gab es „All Of Me“ von Count Basie, „Beulah’s Boogie“ von Lionel Hampton und Gil Fuller – Stephan J. Schulze hatte das Werk aus dem Jahre 1946 zu Papier gebracht. Es folgten der schöne Standard „The Jitterbug Waltz“ und „Sweet & Purty“. Die derzeit in der Dorstener Big Band spielenden Hiltruper sind Marten Bornmann an der Posaune und Christian Kappe mit der Trompete. Klomfass war auch mal dabei. So rollte ein Musik-Express der komplett ersten Klasse in den Kulturbahnhof. Da wurden schon die Stehplätze knapp. Nur der Applaus nicht.

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