Gemälde von Melchior de Hondecoete zurück in Danzig

Das während des Zweiten Weltkriegs verloren gegangene Gemälde von Melchior de Hondecoeter  „Das Stillleben mit Vögeln und Jagdtrophäen“ kehrte für immer nach Danzig zurück. Die Präsentation des Werks fand am Donnerstag 28.10.2010 im Nationalmuseum Danzig statt. Melchior de Hondecoeter wurde wegen der außergewöhnlichen Virtuosität seines Pinsels, von den Anhängern seiner Kunst im 19. Jahrhundert als „Raffaello unter den Vogelmalern“ genannt.

Das Gemälde „Das Stillleben mit Vögeln und Jagdtrophäen“ gehörte zur Sammlung des Danziger Kaufmanns Jacob Kabrun (1759 – 1814), der im Jahr 1814 testamentarisch seine Sammlungen der Stadt Danzig vermachte. Die kostbare Sammlung der Bilder und Stiche bildete die Grundlage für das später entstandene Stadtmuseum.

Während des Zweiten Weltkriegs im Juli 1942 wurde das Bild von Hondecoeter aus dem Stadtmuseum zusammen mit anderen evakuierten Werken, in den Ort Rusocin in die Nähe von Praust  weggebracht. Seit dieser Zeit fehlt von dem Gemälde jede Spur.

Im Mai 2008 erhielt das Nationalmuseum in Danzig ein Angebot, von einer Pariser Rechtskanzlei, das Leinwandgemälde zu kaufen. Der Inhaber des Werkes wollte anonym bleiben. An den Bemühungen das Gemälde zurückzuholen beteiligten sich u. a. Das Ministerium für Kultur und nationales Erbe sowie die Kommunalverwaltung der Woiwodschaft Pommern. Letztendlich wurde das Werk für 75000 € gekauft.

Das Bild von Hondecoeter ist nicht das einzige Werk, das während des Zweiten Weltkriegs verloren ging und das sich jetzt wieder im Besitz des Nationalmuseums in Danzig befindet. Am Mittwoch wurden in das Danziger Museum sechs Bilder, vom Nationalmuseum in Berlin gebracht: „Das Porträt der Familie des Malers“ von Johann Carl Schultz (1801 – 1873), „Die Allegorie der fünf Sinne“ von Anton Möller (ca. 1563 – 1611), „Der Fuchs und die Weintrauben“ von Daniel Schultz (1630 – 1683), „Herakles kämpft mit dem Kentauren Nessos“ (18. Jahrhundert – ein unbekannter Maler), „Das abendliche Treffen von Malern bei Stoddart in Danzig“ von Otto Brausewetter (1835 – 1904). Von Deutschland kam auch eine Skulptur aus Eichenholz „Der stehende Jüngling“ von Ernesto de Fiori (1884 – 1945).

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Vor zwei Jahren wurde vom Nationalmuseum in Berlin ein Katalog der Werke, die sich in seinem Besitz befinden, sind aber nicht sein Eigentum, herausgegeben.

Die Danziger Museologen blätterten die Veröffentlichung durch und entdeckten, dass sechs Bilder und eine Skulptur, die dort abgebildet waren, vor dem Krieg dem Stadtmuseum gehörten. Während der Verhandlungen wurden die Argumente der polnischen Seite anerkannt, dass die Kunstgegenstände sich in der Freien Stadt Danzig befanden,   nicht zum preußischen Kulturerbe gehören und dass das das Danziger Nationalmuseum die Tätigkeit des Stadtmuseums fortsetzt. Die Gespräche über die Rückkehr der Werke nach Danzig wurden mit der Stiftung der Preußischer Kulturbesitz, die die deutschen Museen verwaltet, geführt. Die zurückgegebenen Arbeiten sind von hohem künstlerischem Wert.

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