Abiturienten des Gymnasiums Wolbeck verwandeln ihre Schule zum Abi-Gag 2011

Münster-Wolbeck. „Willkommen in der Chefetage“ grüßt ein Riesenbanner, das Schulgebäude ist kaum mehr zu sehen, denn großflächig hängen breite Bahnen grauen Stoffs vom Dach bis zum Boden, bewegen sich leicht im Wind am sommerlichen Freitagmorgen – am Gymnasium Wolbeck ist letzter Schultag (15.4.2011) und Zeit für den Abi-Gag.

„Nie wieder Schule“ , wird gerufen. Schon am letzten Donnerstag hatte eine Serie von Motto-Tagen begonnen und täglich für Überraschungen gesorgt – die Planungen reichen zwei Jahre zurück, erzählt die leicht heisere Koordinatorin Meike Holthaus. 

Der Slogan auf der Bahn in lichter Höhe lautet: „Abimorphose – Vom Hugo zum Boss“ – daher das Grau. Vor der elegant grauen Kulisse hat die Abiturientia mächtig Programm aufgefahren: Rechts der Bühne ein Heuwagen, der die Abi-Band beherbergt, links der Bühne ein weiterer Wagen mit sonst landwirtschaftlichem Zweck, vor ihm ein Schild: „Hugos Möchtegern Bosse“, auf ihm zwei Dutzend winkende, springende Abiturienten in grauen Sweatshirts.

Und draußen ist noch mehr, was hunderte Mitschüler auf den Hof zieht: eine Hüpfburg wartet, hunderte Dollarscheine hängen von Schnüren herab und, seltsam, ein Karree ist mit Strohballen abgegrenzt: Da wirkt in den Spielpausen die Schaumkanone. Schüler aller Jahrgänge baden im Schaum, bewerfen sich – und später suchen einige Unglückliche ein Handy.

Zwei Sprecher kündigen den Wettbewerb „Schüler gegen Lehrer“ an, der heute heißt: „Schlag den Hugo“. „Alle Lehrer haben eine Hugo-Mütze, eine Mongo-Mütze zu tragen“.

Als Ouvertüre wird Direktorin Edith Verweyen-Hackmann auf die Bühne gerufen – was etwas dauert. Der rote Teppich ist ausgerollt, die Gasse zur Bühne frei, ein fell-verzierter Sessel steht bereit, ein Fünftklässler schwenkt schon kühlend das Palmblatt, doch nichts passiert. „Wir woll'n die Hackmann seh'n“ wird ausdauernd gerufen – schließlich kommt sie, vom „Bunny“ begleitet, auf die Bühne. Mit Komplimenten: Die Schule sei „noch nie so schön gewesen“, die Schüler seien sehr kreativ, wie sie hier Christo nachgeahmt hätten: „Absolut edel und schön sieht die Schule heute aus“. Wobei drin hinter den Mauern der höheren Lehranstalt der Fußboden über und über mit Papier bedeckt ist (und einer hat vor der Treppe an ein Warnschild: „Vorsicht Rutschgefahr“ gedacht), die Scheiben zum Atrium sind mit Papierbahnen behängt, bemalt und mit Sprüchen versehen, überall hängen Dollarzeichen, ausgeschnitten und vergoldet, von den Decken herab.

Beim „Schlag den Hugo“ machen die jungen Lehrer kräftig mit, es wird rezitiert, gehüpft, die Kräfte gemessen und mit (zu wenig) Schlagsahne geworfen, Lehrerinnen dürfen auf möglichst sinnliche Art Bananen verdrücken – viel Phantasie und fleißig mit viel Esprit geschaffene Requisiten machen den Wettkampf zum kreativen Happening. Die Punkte werden nach Jubelstärke vergeben, bald führen „die Bosse“, sprich Schüler, mit 4:0.

Nebenan kündigt arbeitet schon die Stufe 12 an ihrem Gag – Geld sammeln per Kuchenverkauf. Und alles aufräumen dürfen sie auch, wenn die Abiturienten zum Domplatz und ins Jovel gezogen sind.

Fotogalerie Abi-Gag 2011 am Gymnasium Wolbeck

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