Zukunft des Arabischen Frühlings offen. Schülerzeitung organisierte lebendige Podikumsdiskussion i

 Münster-Wolbeck. „Es geschieht viel zu wenig“, äußerte der junge deutsche Arzt syrischer Abstammung: Vergewaltigungen, lebendig Begrabene, Sippenhaft seien an der Tagesordnung in Syrien; acht seiner Freunde seien kürzlich von einem Hubschrauber aus erschossen worden – zwei von ihnen Ärzte: Es müsse mehr für die Grundversorgung getan werden.

Am Donnerstagabend war der „Arabische Frühling“ auch in seinen Schattenseiten mitten unter den rund 80 Interessierten im Pädagogischen Zentrum des Schulzentrums Wolbeck.
Das Team der Schülerzeitung „Rostlaube“ des Gymnasiums hatte auch für die zweite Veranstaltung ihrer Reihe von Podiumsdiskussionen interessante Gesprächsteilnehmer gewonnen: den Syrer Eid Al-Homsy, 26 Jahre in Münster zuhause, Matthias Hake von der Deutsch-Israelischen Gesellschaft aus Münster und den münsterischen Bundestagsabgeordneten Christoph Strässer, der auch Menschenrechtspolitischer Sprecher der SPD-Fraktion im Deutschen Bundestag ist. Gekonnt moderierten Niklas Plätzer und Dominik Heithoff vor dem sehr aufmerksamen Publikum die engagierte, respektvolle Diskussion, die sich vor allem um Ägypten und Syrien drehte und  manchen Hintergrund klärte. Besonders zu Syrien, bekannt für jahrzehntelange friedliche Koexistenz der Religionen, wie Al-Homsy betonte: „Das war immer so“. Die Demonstranten würden nie aufhören.
Die Türkei, Anrainer Syriens, könne viel mehr tun für die Grundversorgung, meinte Hake: „Ich glaube, dass die Möglichkeiten nicht ausgeschöpft werden, weder von Deutschland noch von der Türkei“. Strässer forderte, das Rückübernahme-Abkommen mit Syrien zu kündigen.
Von den derzeit gehandelten Kandidaten für die Wahlen in Ägypten habe keiner eine Chance, schätzt Al-Homsy; der international bekannteste, Baradei, habe zu wenig Rückhalt in der Bevölkerung.
Für Israel sei die Lage nicht einfacher geworden, so Hake. Das Aufbringen der Gaza-Flotille mit acht Toten schätzt Sträßer kritisch ein und befürwortete eine Zwei-Staaten-Lösung als „sicherlich hilfreich“. Hake äußerte: „Dass die Brutalität, mit der Israel dort zum Teil reagiert, nicht positiv gesehen werden kann, ist klar.“
Ist der Arabische Frühling vorbei, ist schon vom Winter abgelöst? „Wir wissen noch nicht, wohin das geht“, diese Einschätzung teilte Al-Homsy auch mit Strässer. Neben Schülern des Fachs Sozialwissenschaft hatten Heithoff, Plätzer und Nick Padberg auch in Moscheen und Kirchengemeinden auf die Veranstaltung aufmerksam gemacht. Er sei sehr zufrieden, resümierte Plätzer, es sei auch eine Handvoll Leute über die Moscheen gekommen.

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