Chemisches Leuchten: Chemiker demonstriert Funktionieren bei Kinder-Uni

Verschiedene Elemente führen zu verschiedenen Farben im Licht - der Assistenz Martin Holthaus führt dem Atom-Absorptions-Spektrometer gerade Strontium zu. Foto: A. Hasenkamp, Fotograf in Münster.

Münster. Dem chemischen Leuchten in der Weihnachtszeit galt die Weihnachtsvorlesung der Kinder-Uni am Freitagnachmittag, die letzte in diesem Jahr.
Die Fluorescin-Krümel im Reagenzglas lösen sich auf, sinken langsam in grün leuchtenden Schlieren nach unten – im abgedunkelten Hörsaal war das ein fesselnder Anblick.  „Es werde Licht – chemisches Leuchten in der Weihnachtszeit“ war das Motto der Veranstaltung.  Ebenfalls grün leuchtete das brennende Bor in einer Schale.
Ausgedacht hatte sich diese und andere Demonstrationen der Chemiker Professor Dr. Uwe Karst von der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster und sein Team vom Institut für Anorganische und Analytische Chemie der Universität Münster. Karst beließ es nicht beim schönen Anblick, er erläuterte auch, wie das funktioniert – und was es in der Praxis bedeutet.

Dass Licht zwar schön ist, aber auch Energie verbraucht, den Hinweis gab Karst auch. Besonders unter die Lupe nahm er die inzwischen weitgehend verbotenen Glühbirnen. Mit den Mitteln der Chemie zeigte er, wie wenig vom eingesetzten Strom bei Glühbirnen in vom Menschen wahrnehmbares Licht umgesetzt wird – was für eine Verschwendung.

Verschiedene Elemente führen zu verschiedenen Farben im Licht, erklärte Karst. Sein Assistent Martin Holthaus führte dem Atom-Absorptions-Spektrometer verschiedenen Elemente zu – mit ihnen wechselten die Farben. Unterschiedlich warme Objekte strahlen auch unterschiedlich. Meist kann der Mensch das nicht sehen. Karst machte mit einer Infrarotkamera im Dunkeln sich selbst sichtbar und  die Junior-Studierenden. Schwarzlicht machte einen Weihnachts-Mann sichtbar und ließ eine Traube von Luftballons schimmern.

Bor erzeugt das schöne Grün: Aus der Nähe schauen zu Eva Babel und Professor Uwe Karst. Foto: A. Hasenkamp, Fotograf in Münster.

Dann war da noch ein Elektron auf der Bühne. Mit Arda Er, neun Jahre alt und aus Roxel gekommen, und sich selbst als Atom demonstrierte Karst, das zwischen den beiden Elementen Energie gespeichert ist und frei werden kann – wenn die im sichtbaren Spektrum strahlt, sieht der Mensch ein Leuchten.

Karst demonstrierte auch phosphoreszierendes Licht und sein Nachleuchten. So etwas hätten seine heutigen Hörer wohl auch in ihren Zimmern? Weil da mal etwas brennt und qualmt, waren die Rauchmelder aus und eine Brandwache da.

Wirklich leicht war das flott vorgetragenen Thema nicht für die Kinder. Zum Finale schwenkten die Kinder im zweidrittelvollen Hörsaal H1 Knicklichter.

Ein paar Krümel Fluorescin in das große Reagenz-Glas mit Wasser – schon erzeugt Chemie Leuchten: aus der Nähe schauen zu Kinder-Reporterin Eva Babel und Professor Uwe Karst. Foto: A. Hasenkamp, Fotograf in Münster.

Bei der nächsten Vorlesung der Kinder-Uni führt unter dem Motto „Feldbett statt Hörsaal“ Prof. Dr. Angelika Lohwasser in das Abenteuer Archäologie“ (22.01.2016, 16:15 Uhr).

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