Schulung beim Löschzug Wolbeck demonstriert auch Fett-Explosion

Münster-Wolbeck. Siebenmal erstickte die Flamme bereits, schon lodert sie wieder: Auch die achte Jungpfadfinderin soll üben können, wie man mit dem Feuerlöscher den simulierten Brand eines Papierkorbs löscht. Und dann sind bei der Brandschutzerziehung am Parkplatz neben dem Wolbecker Gerätehaus noch die Leiter der Gruppe dran, Sina Nieße und Dominik Natrup.

Die Kinder gehen selbstbewusst an die Aufgabe. Als Bernd Aland fragt, womit man den Feuer ersticken könnte, außer mit dem Feuerlöscher, gehen gleich viele Finger hoch: Sand nennt ein Pfadfinder, eine Löschdecke. Erde, ergänzt Aland. „Die Löschdecke nicht gleich wieder wegnehmen – sonst kann das Feuer wieder aufflammen.“ Bernd Aland
Dass die Kinder so aufmerksam sind, hat einen Grund. In einem Lager der Pfadfinder war vor wenigen Monaten brennender Brennspiritus auf das Bein eines der Leiter geflossen. Sechs Wochen Krankenhaus waren die Folge, so Nieße und Natrup. Einige der Jungpfadfinder hatten das Unglück gesehen.
Die Feuerwehrleute demonstrieren noch zwei Gefahren. Eine Spraydose wird erhitzt – die Explosion ist laut, die Stichflamme beachtlich. Ohne den von der Wehr genutzten „Käfig“ wären Teile bis zu 100 Meter weit geflogen. Für Ohrschutz war gesorgt. Nicht so laut war die Fettexplosion. Aber die Stichflamme schlug hoch, höher als der First des Gerätehauses. Was das in einer Küche angerichtet hätte … Wasser gehört nicht auf brennendes Fett – die Pfanne muss vom Feuer, auch das Abdecken hilft, etwa mit einem Deckel, stellt Aland klar.
Die Demonstration ist vorbei, während einige Wehrleute auf dem Parkplatz für Ordnung sorgen, zeigt der Organisator des Abends, Patrick Ludorf, im Saal einen Lehrfilm. Wie ein Brand sich nach und nach entwickelt, es zur Rauchdurchzündung kommt, zum Flashover, zum Backdraft. Wie alles im Zimmer sich aufheizt, Gase entstehen, was die Farbe von Rauch verrät. Dramatisch ist die Darstellung der Computersimulation, unterfüttert durch Video-Aufnahmen. Und unterlegt mit Musik – ein wenig reichlich dramatische und laute Musik. Als ob das nötig wäre. „Hammer!“ flüstert ein Jungpfadfinder. Dann ist der wagnerianisch-tosend inszenierte, aber lehrreiche Film vorbei. „Wollt ihr mal in die Fahrzeuge?“, fragt Patrick Ludorf. „Klar!“

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