Sternsinger in Münster-Südost 2016: Herausforderung stärkt Kinder

Sternsinger aus St. Agatha in Münster-Südost kurz vor dem Aufbruch. Foto: A. Hasenkamp, Fotograf in Münster.

Münster-Wolbeck. Ihrem Stern hinterher zu den Menschen in Südost zogen am Wochenende die Sternsinger der vier Kirchorte von St. Nikolaus Münster. In Wolbeck hatten die Organisatoren die Aktion auf Sonntag und Montag gelegt, alle anderen brachen am Samstag und Sonntag auf.

Nachtrag:  Wie die Gemeinde St. Nikolaus Münster mitteilt, haben die Sternsinger in Angelmodde, Gremmendorf und Wolbeck 21.778,03 sammeln können.

In Angelmodde-Dorf stehen am Samstag morgens um halb zehn in der Alten Schule zwölf Kinder bereit, die Kostüme sind angelegt, Kronen aufgesetzt, vier halten einen Stern an einem Stock. Einmal noch wird die Situation an der Haustür geübt: Zwei Jungen machen es gelassen vor; ihr gespieltes Intensiv-Klingeln lässt die Kinder schmunzeln. Wenn jemand kein Zeichen an der Hauswand wolle – das sollten sie freundlich akzeptieren, sagt Gerlinde Kersting den Kindern.

Zum kurzen Aussendungs-Gottesdienst treffen sich Kinder und Betreuer in der Kirche St. Agatha mit Pastoralreferent Sebastian Reimann.

Der Stern zeige den Weg zu den Menschen. Sie hätten nicht Gold, Weihrauch und Myrrhe im Gepäck, sagt Reimann. „Ihr bring den Segen Gottes und ganz viel Freude.“ Für viele seien sie der einzige Besuch am ganzen Wochenende, vielleicht die ersten Besucher im neuen Jahr. Sie singen das Sternsinger-Lied, dann ziehen die Kinder los als König Caspar, Melchior und Balthasar. Eine Gruppe mit zwei großen und zwei kleinen Mädchen trifft gleich am Kirchplatz auf freundliche Menschen. Eine der Jüngsten war schon mehrfach dabei – zunächst nur bei einigen wenigen Häusern. Kurz darauf setzt Regen ein. Später wird Finn Kersting mit dem Rad die Runde machen, um die Sternsinger zu entlasten, den Inhalt der Sammelbüchsen mitzunehmen und den der Tüten für Süßigkeiten. Die Geldspenden sind bestimmt „für Kinder in Bolivien und weltweit“. Das Motto lautet „Respekt für dich, für mich, für andere“.

Gerlinde Kersting sitzt mit Reimann und einer Mutter noch in der alten Schule. Die Aktion verlange den Kindern einiges ab, sagt sie, aber das wollten die auch. Kälte und Regen, die vielen Eindrücke setzen ihnen ganz schön zu. Begleitung bräuchten sie aber nicht, und man könne sie ruhig dazu auffordern, durchzuhalten. „Das macht Kinder auch stark; sie wollen das.“ Erholen und stärken konnten sich die Kinder aus Angelmodde-Dorf dann in der Feuerwache – Markus Aland und Frank Sölken kochen für sie. „Wir sind immer da“, sagt Aland.

Sternsinger aus St. Agatha in Münster-Südost kurz vor dem Aufbruch. Foto: A. Hasenkamp, Fotograf in Münster.

Und abends sei es dann, sagt Kersting, für die Eltern Zeit, die Kinder zu verwöhnen.

Der Termin für die Sternsinger liegt diesmal sehr früh – so sind auch noch einige im Urlaub. Vier Gruppen nur sind in Angelmodde-Dorf unterwegs. „Es ist schon knapp“, sagt Kersting. Ob sie oder die Sternsinger aus Wolbeck auch das Neubaugebiet Tvenhövenweg abdecken können, dass müsse sich noch zeigen, meint Reimann. In Wolbeck kamen 60 Sternsinger zusammen – diesmal wolle man vor allem in die Gebiete, die man zuletzt nicht hatte abdecken können, so Pfarrer Jörg Hagemann am Sonntagmorgen. Ein Teil der Angelmodder Sternsinger wird nach dem Abschluss-Gottesdienst noch einmal aufbrechen, um die im Umkreis liegen Bauernhöfe zu besuchen. „Sie werden schon erwartet“, sagt Kersting. Bei dieser Tour müssen sie nicht laufen, eine Mutter werde sie fahren.

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