Sichtweisen-Ausstellung im Drostenhof vereint Natur und Fernblick in Fotos und Stickerei

Münster-Wolbeck. Die zweite Ausstellung des Förderkreises Drostenhof zu Münster-Wolbeck e.V., der sich zusammen mit dem Westpreußischen Landesmuseum der Förderung des Kulturlebens Münsters und des Stadtteils widmet, stellt ungewöhnliche Sichtweisen der Natur vor.

Der Fotograf Christian Ring aus Bielefeld lotet mit Hilfe seines »fliegenden Ateliers« die Grenzen zwischen Abstraktion und konkreter Darstellung aus, während sein Kollege Ferdinand Jendrejewski der »Faszination Baum« erlegen ist und das Skulpturale dieser Baumpersönlichkeiten sichtbar macht. Sichtweisen ganz anderer Art hat im frühen 20. Jahrhundert im Wolbecker Drostenhof Else von Blücher mit ihren kostenbaren Stickereien zu Themen der sie umgebenden Natur geschaffen. Die Ausstellung ist im Drostenhof (Am Steintor 5, Münster-Wolbeck) zu sehen vom 5. August bis zum 16. Oktober 2006.
Zum Besuch laden herzlich ein Dr. Reinhard Sappok, Vorsitzender des Förderkreises Drostenhof zu Münster-Wolbeck e.V., und Dr. Lothar Hyss, Direktor des Westpreußischen Landesmuseums.

Faszination Baum: Ferdinand Jendrejewski

Unter Fotografen sagt man, nichts sei schwieriger als seinen Menschen zu porträtieren. Die als Naturdenkmale registrierten Bäume in Münster ins Bild zu setzen, dürfte der erstgenannten Aufgabe kaum nachstehen denn auch Bäume sind Individuen. Ferdinand Jendrejewski hat sie mit besonderem fotografischen Gespür und großer Sensibilität abgelichtet. Im  urbanen Umfeld ist das eine echte Herausforderung.
Ferdinand Jendrejewski, Dipl. Sozialarbeiter, Jahrgang 1940, ist fotografischer Autodidakt und unter anderem Mitglied im DVF (Deutscher Verband für Fotografie). Für seine außerordentlichen Erfolge auf fotografischem Gebiet wurden ihm von nationalen und internationalen Verbänden zahlreiche Ehrungen zuteil Außerdem wurde er durch Veröffentlichungen bei internationalen Foto-Wettbewerben sowie in Fotofachzeitschriften, Lehrbüchern, Katalogen und als Buchautor bekannt.

Der fliegende Blick: Christian Ring

Der fliegende Blick – Die Faszination des Blickes in die Ferne, Ausblicke genießen, wie ein Vogel fliegen können – die Welt von oben betrachten. Im Themenkreis Vertikales beschäftigt sich Ring aus dem Flugzeug fotografierend mit grafischen Mustern, die die Erdoberfläche bietet. Aus der Bewegung in hohen Sphären, mit dem Blick nach unten gerichtet, entdeckt er Details und lotet die Grenze zwischen Abstraktion und konkreter Darstellung aus. Das Verstörende und das Beruhigende, die Form und die Farbe sind die Spannungsfelder seiner Bilder.
Christian Ring, Jahrgang 1964, Grafik-Designer, fotografischer Autodidakt und Mitglied im AGD (Allianz deutscher Designer) gab mit der Teilnahme an der Kunstmesse Ostwestfalen 2004 sein Ausstellungsdebüt. Mit seinen aktuellen Werken zeigt er die Entwicklung in seinem Schaffen auf. Ring arbeitet in Bielefeld als Geschäftsführer eines Grafik-Design Büros. Er ist verheiratet und hat vier Kinder.

Gestickte Natur: Else von Blücher

Ihre Werke bilden einen spannenden Kontrapunkt zu den fotografischen Kunstwerken. Sie ließ sich von der zarten Natur ihrer Umgebung inspirieren und verstand, mit Blumen, Schmetterlingen und Vögeln in überaus kunstvoller Nadelstickerei Gegenstände des Alltags zu verschönern. Ihre Werke haben bis heute ihre Faszination bewahrt.
Else von Blücher, geborene von Stralendorfl aus dem Hause Golchen, geboren 27. Dezember 1864, zog nach dem Tod ihres Mannes, Hans-Theodor von Blücher im Jahre 1928 zu ihrer Tochter Lescha Gräfin von. Merveldt in den Drostenhof in Münster-Wolbeck Dort entstanden bis zu ihrem Tod am 9. April 1945 in feiner Nadelmalerei viele kostbare Kissen, Decken, Messgewänder, Altartücher und Wandbehänge. Sie besaß nie eine Brille und stickte eigene Entwürfe nach der Natur. Außerdem malte sie auch auf Seide.

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