Selbstverwaltung in Münster in elf Sprachen: Über 8000 ausländische Einwohner erhielten Post

Zuletzt aktualisiert 29. Mai 2015 (zuerst 16. Februar 2007).

Münster/Westfalen.  „La Autonomia Administrativa“ – „The Self-government“ – „Muhtariyet“: Mehr als 8000 ausländische Einwohner haben die Broschüre „Die Selbstverwaltung“ in ihrer Muttersprache frei Haus bekommen. Ebenfalls im Briefkasten: „Mitmachen, Mitmischen, Mitgestalten“. Das teilt das Presse- und Informationsamt der Stadt Münster am 16.02.2007 mit.

Selbstverwaltung in Münster

Beide Hefte zusammen enthalten das Einmaleins von Politik, Verwaltung und kommunalen Beteiligungsrechten in Münster. Die Post aus dem Stadthaus 1 war verbunden mit der Einladung zu einem Workshop am Donnerstag, 22. Februar, von 16 bis 19 Uhr im Rathausfestsaal (Eingang Stadtweinhaus).

Thema: „Beteiligungsrechte für Menschen mit Migrationsvorgeschichte“.

Thema: „Beteiligungsrechte für Menschen mit Migrationsvorgeschichte“. Viele Entscheidungen des Rates und die Arbeit der Stadtverwaltung betreffen alle Einwohner der Stadt, egal ob sie ausländischer oder deutscher Herkunft sind. Je besser die Münsteraner ohne deutschen Pass über ihre Beteiligungsrechte informiert sind und diese auch wahrnehmen, umso mehr können ihre Interessen und Bedürfnisse in den Entscheidungsprozess einfließen. Was sie dazu wissen sollten, steht in den beiden vom Presseamt und dem Amt des Rates und des Oberbürgermeisters herausgegebenen Broschüren.Jetzt wurden die Hefte in elf Sprachen übersetzt und verschickt: in Arabisch, Englisch, Französisch, Griechisch, Italienisch, Kroatisch, Polnisch, Portugiesisch, Russisch, Spanisch und Türkisch.

Ergebnis des Projektes „Zukunftskonferenz: Einwanderung in Münster

Dabei handelt es sich um ein Ergebnis des Projektes „Zukunftskonferenz: Einwanderung in Münster – Leben mit Menschen unterschiedlicher Herkunft“. Es wurde vom Land NRW gefördert, Projektträger war der Ausländerbeirat.Eigentlich sollen den Münsteranern ausländischer Herkunft keine „fertigen“ Produkte in ihrer Muttersprache präsentiert werden. Das könnte nämlich zum Trugschluss verleiten, dass man auch ohne Deutsch zu lernen hier leben kann.

Ausländerbeirat sieht Grund für eine Ausnahme

Im vorliegenden Fall sieht der Ausländerbeirat aber Grund für eine Ausnahme. Vorsitzender Spyros Marinos: „Die Selbstverwaltung ist das A und O der Stadtgesellschaft. Welche Gremien und Zuständigkeiten es gibt, wo man seine Interessen einbringen und nachfragen kann, ist nicht einfach zu durchschauen. Selbst wer sich integriert hat und gut Deutsch spricht, wird für den muttersprachlichen Leitfaden durch die komplexe Materie dankbar sein.“

Verfahren der Willensbildung im Rat und den anderen Gremien transparent und verständlich

Jürgen Kupferschmidt, Leiter des Amtes des Rates und des Oberbürgermeisters, bestätigt das. „Die Broschüren machen das Verfahren der Willensbildung im Rat und den anderen Gremien transparent und verständlich. Auch viele deutsche  Einwohner finden das hilfreich.“ Er höre immer wieder von Bürgerinnen und Bürgern, die sich dadurch angesprochen sehen, selbst kommunalpolitisch aktiv zu werden.

Ausländische Einwohner, die keine Post mit den fremdsprachigen Heften erhalten haben, können sich an Heike Dierks im Amt des Rates und des Oberbürgermeisters wenden. Sie nimmt auch Anmeldungen zu dem Workshop am 22. Februar  entgegen (Telefon 4 92-60 42, E-Mail DierksHe@stadt-muenster.de).

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