Orgelwochen enden mit schöner Toccata und „Mit Fried und Freud ich fahr dahin“

Einmal noch die Register ziehen an der Orgel von St. Clemens hieß es für Henk Plas – zumindest ein Jahr lang steht sie nicht bereit. Foto: A. Hasenkamp.

Umgang mit Orgel während Renovierung von St. Clemens noch unklar

Münster-Hiltrup (agh). Bald wird sie verpackt – oder auch ausgebaut, das ist nicht sicher. Auf jeden Fall war es fürs Erste das letzte Konzert auf der Orgel von Sankt Clemens, das am Sonntagnachmittag eine ungleiche Trilogie von Konzerten der Hiltruper Orgelwochen beschloss. Vielleicht auch deshalb war das Konzert sehr gut besucht – aber das galt für alle drei Konzerte der Hiltruper Orgelwochen. Beim ersten war es um das Zusammenspiel von Orgel, Instrumental- und Vokalmusik gegangen, mit dem Ensemble Musica Amata. Dann kam Tomasz Adam Nowak, Hauptorganist der Stadt- und Marktkirche St. Lamberti in Münster, mit einem Konzert, das das Spektrum der Möglichkeiten dieser Orgel aufzeigte, wie der Hiltruper Organist Henk Plas am Sonntag anmerkte. Hatte das erste Konzert noch weihnachtliche Klänge angeschlagen, so widmete Plas den Abschluss einem anderen Thema, nämlich dem Fest der Darstellung des Herrn. „Mit Fried und Freud ich fahr dahin“ hatte Martin Luther 1520 dazu gedichtet und eine Melodie geschaffen, die nun von zwei Komponisten auf zwei Arten zu hören war, von Bach im Sopran, von Max Reger im Pedal. Zudem hatte Plas zum Einstieg von Dietrich Buxtehude, einem Lehrer Bachs, das Präludium e-Moll gewählt, dann zwei Varianten von „Wie schön leuchtet der Morgenstern“, wiederum einmal von Bach, dann von Reger. Das Mittelstück seines Konzerts bildete ein Stück moderner Literatur, Hendrik Andriessens „Premier Coral“. Als Zugabe bot Plas eine der wenigen Toccaten für Orgel, von einem weniger bekannten Komponisten, nämlich von Gaston Bélier (1863 bis 1938), einem französischen Organisten aus der Stilrichtung des bekannteren Louis Vierne.

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„Sehr froh“ war der Kantor von Sankt Clemens über den durchgehend starken Besuch der drei Konzerte in diesem Jahr und dass Nowak hatte einspringen können für einen verunfallten Organisten. „Schön, dass es so angenommen wurde.“ Als nächstes wird die Kirche renoviert; die Orgel muss schweigen. Ob sie verpackt wird zum Schutz vor Staub, oder ausgebaut wird, das müsse der Orgelbauer entscheiden, so Plas am Sonntag. Eventuell müsse die Orgel nach gereinigt werden. Orgelwochen 2021? Plas ist gespannt, „ob das klappt“. Orgelkonzerte in den anderen Kirchen der Gemeinde sei denkbar, aber „noch nicht geplant“. Einige Konzerte stehen fest: am 1. März 2020 ein Konzert mit vier oder fünf Chören aus „allen Ecken“ der Pfarrei; Spenden würden der Renovierung gewidmet. Am 15. März 2020 singt das Hiltruper Vokalensemble in Sankt Marien eine Kantate von Buxtehude, mit kleiner Orgel, Gesangssolisten und Streichern. Teile der Kantate seien bereits 2006 in Alt S. Clemens aufgeführt worden, sagte ein zufriedener Henk Plas.

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