Leiden Transsexueller aus dem Unwissen herausholen Frühlingsempfang des CSD Münster stellt "Botschafter" für unterschätztes Thema vor

Sprecher mit Regenbogen-Flagge und CSD-Aufschrift auf T-Shirt.
Botschafter des CSD Münster für das Entstigmatisieren von Transsexuellen in der Gesellschaft: Dr. Michael Szukaj, Psychiater. Fotograf: A. HaSenkamp, Münster.

Münster. Zehn Jahre Straßenfest, sieben Jahre Verein CSD Münster, die Zahlen der Teilnehmer an Veranstaltungen wachsen: Beim Frühlingsempfang des CSD Münster wandte man sich nach dem erfreulichen Rückblick weiteren drängenden Themen zu.
Im zehnten Stock des Gebäudes der Westfalengas AG lenkten der Psychologe Daniel Wilhelm und der Psychiater Dr. Michael Szukaj in die Weite. In Deutschland werde Homosexualität seit 1994 nicht mehr strafrechtlich verfolgt (in den Niederlanden seit 1811), dagegen könne in Ländern wie Saudi-Arabien oder dem Sudan schon ein Anlächeln unter Gleichgeschlechtlichen den Tod zur Folge haben. So lautet das Motto des Plakats für 2018 auch fragend: „Happy Pride – everywhere?“ Der Iran sei das Land mit den meisten operativen Geschlechtsumwandlungen, ergänzte Szukaj – weil es für Transsexuelle die einzige Chance ist. Dringend sei die Hilfe für Transsexuelle: wie im Körper eines Aliens gefangen fühlten sie sich, das beginne schon in der Kindheit. Die Selbstmordrate sei erschreckend. Die zumeist biologische Gegebenheit müsse entstigmatisiert werden; groß sei das Nichtwissen in der Gesellschaft. Einige Fortschritte gebe es: In der Filmindustrie u.a. gebe es berühmte Transsexuelle. Szukaj ist 2018 Botschafter des CSD Münster für das Thema Transsexualität. Zuvor hatte Tobias Gehre vom Vorstand des CSD Münster den Schwerpunkt Trans- und Intersexuelle unterstrichen. Zum Vorstand gehören auch Silke Vilàgosi, Norman Devantier und Carina Kölking.
Gut dreißig Gäste nahmen teil, darunter Vertreter der Selbsthilfegruppe SHG TransIdent, von LiVas, KCM Schwulenzentrum, TRACK, der Fachstelle für Sexualität und Gesundheit der Aids-Hilfe Münster und des Schwulen- und Lesbenreferats im AStA der WWU sowie vom CSD in Bielefeld.

 

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