VfL-Damen aus Wolbeck zeigen gegen Bundesligisten aus Gütersloh Charakterstärke

Zuletzt aktualisiert 29. Oktober 2015 (zuerst 27. September 2015).

Münster-Wolbeck. Eine Wolbeckerin schoss am Samstag das erste Tor im Spiel der 1. Damen-Mannschaft des VfL gegen den Bundesliga-Zweitligisten aus Gütersloh. Leider kein wirklicher Grund zum Jubeln – sie, Anja Berger, spielte leider für den Gegner, den FSV Gütersloh. Und das als Torfrau.

Überraschender Spielverlauf

Bis zu dieser 72. Minute hatten sich die Wolbeckerinnen tapfer geschlagen und fast hätte Fabienne Runtenberg sie in Führung gebracht. Auf so ein Ehrentor hatte ihr Trainer Patrick Timmermann auch gehofft, auch wenn er vorher sagte: „Im Grunde hat man keine Chance“.

VfL-Wolbeck: Damen gegen Bundesliga-Mannschaft

Aber Berger durfte sich dann ins Spiel einschalten. 3:0 ging die Partie für Gütersloh aus. Doch deren Trainerin Christina Krüger hatte einigen Grund, unzufrieden zu sein, auch wenn sie ihr Team nicht durchgängig erstklassig besetzt hatte – die anderen spielen auch in der Westfalen-Liga. Und die 2. Bundesliga ist immerhin vier Klassen höher angesiedelt als die Bezirksliga, in der die Wolbecker Damen spielen. Zahlreiche Unkonzentriertheiten hatten gleich zu Anfang die unbeeindruckt nachsetzenden und freie Räume nutzenden Wolbeckerinnen gut ins Spiel gebracht. Berger hatte das wohl geahnt: „Man muss sich auf jedes Spiel konzentrieren“, äußerte sie beim Aufwärmen.

Lohn emsiger Aufbauarbeit der Spielerinnen des VfL Wolbeck

Die Premiere war für den Wolbecker Trainer Patrick Timmermann (23) Anlass zu einem Rückblick. Das Amt ist für ihn Projekt – und Zufall. U17-Trainerin Sabrina Schürmann hatte ihn 2005 bei einem Trainer-Abend „angebettelt“, das Amt zu übernehmen. Ja, meinte der, aber nur wenn Steffen Hinkelmann auch mitmacht. Damit hätte sich das erledigt, dachte Timmermann. Doch die beiden hatten sich nicht abgestimmt, Hinkelmann sagte dasselbe – „da waren wir dann gefangen“.

Auf Hinkelmann folgte Torsten Gerdes als Co-Trainer, Hinkelmann hilft noch dann und wann aus. Timmermann bereut das Amt „im Moment“ nicht. Viel Technik und Taktik haben sie trainiert, aus der U17 wurde die „1. Damen-Mannschaft“, und die stiegen zügig auf. „Ohne Selbstvertrauen, ohne Kenne vom Fußball“ ging es los, erinnert sich Timmermann, aber aus jungen Mädchen wurden Damen; heute „haben wir Persönlichkeiten auf dem Platz.“

Kämpferisch nach Anfangs-Ängsten

„Für mich ist wichtig, dass wir eine kämpferische Leistung bringen“, so Timmermann vor dem Spiel gegen den Bundesligisten. Das boten die Wolbeckerinnen dann auch. Ihre erste Reaktion auf die Botschaft vom Spiel gegen Gütersloh war „eher ängstlich“ gewesen, so Timmermann. So konnten die Kickerinnen des VfL zufrieden sein. Auch Berger, die gegen „ihre“ Wolbeckerinnen noch ein zweites Tor schoss. „Es war richtig gut, mal wieder in Wolbeck auf dem Platz zu stehen“, so Berger nach dem Spiel. Gemeinsam stärkten sich dann alle Damen im Haus des Sports.

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