Löschzüge aus Angelmodde und Wolbeck üben Rettung aus Alter Schule und Auto-Wrack

Zuletzt aktualisiert 18. Januar 2016.

Münster-Wolbeck/Angelmodde. Rauch dringt am Freitagabend aus den Fenstern der Alten Schule in Angelmodde-Dorf gegenüber von St. Agatha, aber drinnen ist alles dunkel, niemand schreit und draußen ist kein Mensch, als der Löschzug Angelmodde der Freiwilligen Feuerwehr Münster eintrifft. Und die Tür ist verschlossen.

Eingeklemmt und im Rauch gefangen

Die unklare Lage gehört zum Übungsszenario der Angelmodder, die, wie ihre Kollegen aus Wolbeck am Samstag, ihre Jahresabschlussübung abhielten.

Die „360-Grad-Erkundung“ ist beim Löschzug Angelmodde der erste Schritt, Markus Aland eilt um das Haus, stellt fest: alles zu, keiner weiß, ob sich jemand im Gebäude befindet. Dann wird das erste Feuerwehrfahrzeug, unter anderem mit Schläuchen und Scheinwerfern ausgerüstet, so geparkt, dass für weitere Aktionen Platz bleibt, „Entwicklungsraum“ im Fachjargon. Schnell wird zwei Wehrleuten Atemschutzgerät angelegt, auch die obligatorische Reserve angelegt. Noch mehr Sicherheit schafft die elektronische Überwachung der Atemschutzgeräte, erläutert Löschzugführer Frank Sölken. Diese zu testen ist ein zentrales Anliegen der Übung, denn sie sind gerade beim Löschzug Angelmodde eingeführt worden. Über die Anschaffung freut sich Sölken: Die Stadt Münster habe gezeigt, dass man hier weder bei den Freiwilligen noch bei den Berufsfeuerwehrleuten sparen wolle. Die Geräte übertragen ihren Status per Funk an einen tragbaren Computer, dort sind Verbrauch und Reserve sofort ablesbar. Wird es eng, kann der Trupp sofort zurückgerufen werden. Münsters Feuerwehr hat die Geräte mit dem Hersteller entwickelt, die jetzt schrittweise eingeführt werden. Der Wolbecker Löschzug ist zur Zeit in der Ausbildung.

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Währenddessen ist ein Dutzend Wehrleute angetreten, knappe Kommandos verteilen die Aufgaben. Schläuche werden im Laufschritt ausgelegt, zwei mit Atemschutz öffnen ein Fenster, über ein Steigleiterstück zwängen sie sich mit Schlauch und einer Axt in den verrauchten Raum, auf den Knien wird das Gebäude durchsucht.

Das lohnt sich: nicht weniger als elf Bewusslose treffen die Retter an. Über die Eingangstür werden sie geborgen und in einer Verletzten-Sammelstelle auf dem Rasen vor St. Agatha versorgt. Es sind Jugendliche der Jugendfeuerwehrgruppe Münster-Südost aus Wolbeck, Angelmodde und Gremmendorf im Alter von 12 bis 17 Jahren. Während da und dort ein Wehrmann reanimiert, heißt es „Wasser marsch!“ für das Dach des Fachwerkgebäudes.

„Feierabend, einpacken!“ heißt es dann um 19.42 Uhr und die Jugendlichen erfahren: „Ab sofort seid ihr wieder gesund!“ Sölken äußert sich zufrieden: „alles prima“, der Löschzug sei ruhig und besonnen vorgegangen.

In Wolbeck hatten 20 Wehrleute am Samstag neben dem Gerätehaus der Freiwilligen Feuerwehr drei Menschen aus einem Golf 4 zu retten, in den ein LKW mit Tempo 80 gefahren war: Das Szenario war einem echten Unfall nachgestellt. Mit der Schere, die einen Druck von 100 Tonnen ausübt, einem Spreizer und der Glassäge wurden Türen geöffnet, das Dach nach hinten gezogen und dann auch das „Kind“ gerettet. Löschzugführer Antonius Markfort war mit dem Verlauf zufrieden und betonte in der Nachbesprechung, wie wichtig die erschütterungsfreie, patientengerechte Befreiung ist.

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