Gestank und verbaute Küchenfenster – Nachbarn im Streit vor 400 Jahren

Münster.- Auch vor 400 Jahren ließ es sich zwischen Nachbarn schon trefflich streiten. So beklagten sich anno 1640 die Schestern Clara und Alheid Hülshowe über eine "stinckende Unreinigkeit", die nur vier Fuß vor der Küchentür entfernt in ihren Hof liefe. Verursacher war ein Gerber auf der Königsstraße. Über die Zumutbarkeit der Geruchsbelästigung musste am Ende das Zivilgericht in Münster entscheiden.
Um diesen und andere Nachbarrechtskonflikte um 1600 geht es im Themenabend am 24. April, 18 Uhr,  im Stadtarchiv. Die Historikerin Dr. Christine Schedensack erläutert Anlässe und Verläufe der Rechtsstreitigkeiten. Motto ihres Vortrags: "Nachbarliche irrung und mißverstendniß". Anhand der Beispielfälle – anschaulich durch Prozessakten aus dem Stadtarchiv unterlegt – gibt es Einblick in den Alltag vor 400 Jahren.

Etwa in Fragen, wie Immobilien genutzt wurden. So plante  im Jahre 1633 die Bürgerin Christine Vagedes die Vergrößerung ihres hölzernen Hinterhauses. Ihr Nachbar Herman Bordewick protestierte gegen die Aufstockung des Gebäudes, weil ihm dadurch sein Küchenfenster verbaut würde und er weder Licht noch Luft mehr bekäme…

Der Themenabend ist kostenlos. Wegen der begrenzten Teilnehmerzahl bittet das Stadtarchiv, An den Speichern 8, jedoch um Anmeldung: Telefon 02 51 / 4 92 47 03 oder E-Mail: linkr@stadt-muenster.de.

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Über Andreas Hasenkamp

Journalist, Online-Redakteur und Event-Fotograf in Münster.

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