Ringvorlesung über den Umgang mit Geschichte – und den Streit darüber

Kulturwissenschaftlerin Aleida Assmann eröffnet Reihe mit Vortrag über „Umbau des nationalen Wir“

Geschichte ist allgegenwärtig und zugleich oft heftig umstritten. Entsprechend wandelbar ist daher die Deutung historischer Ereignisse und die Art, wie die Gesellschaft damit umgeht. Eine Ringvorlesung am Historischen Seminar der Westfälischen Wilhelms-Universität (WWU) Münster beleuchtet diesen Wandel aus verschiedenen Perspektiven. Die öffentlichen Vorträge finden ab dem 26. April immer dienstags im Hörsaal F2 des Fürstenberghauses am Domplatz statt, Beginn ist jeweils um 18 Uhr. Organisiert wird die Veranstaltungsreihe mit dem Titel „Geschichtskulturelle Transformationen: Kontroversen, Akteure, Zeitpraktiken“ von Prof. Dr. Holger Thünemann und Dr. Manuel Köster vom Institut für Didaktik der Geschichte.

Referentinnen und Referenten aus dem In- und Ausland zeigen in elf Vorträgen, dass hinter jedem Geschichtsbewusstsein ein Bedürfnis nach Identität und Orientierung steht. Den Auftakt macht die Kulturwissenschaftlerin Prof. Dr. Aleida Assmann. Die Friedenspreisträgerin des deutschen Buchhandels spricht über den „Umbau des nationalen Wir“. Verändertes Geschichtsbewusstsein betrifft aber nicht nur historische Konzepte oder bestimmte Themen, zum Beispiel den Umgang mit NS- und Kolonialvergangenheiten. Zur Sprache kommt auch das Selbstverständnis der Geschichte als akademische Disziplin, die im Spannungsfeld von Wissenschaft, Politik und Öffentlichkeit ebenfalls nicht in Stein gemeißelt ist, sondern gesellschaftliche Entwicklungen aufgreift und widerspiegelt.

Ringvorlesung: „Geschichtskulturelle Transformationen: Kontroversen, Akteure, Zeitpraktiken“
Dienstags, 18 Uhr s.t. | Fürstenberghaus, Domplatz 20-22, Hörsaal F2 | Ansprechpartner: Prof. Dr. Holger Thünemann und Dr. Manuel Köster

Alle Termine der Ringvorlesung:

  • 26.04.2022 | Prof. Dr. Aleida Assmann (Konstanz): Der Umbau des nationalen Wir
  • 03.05.2022 | Prof. Dr. Habbo Knoch (Köln): Polemik, Perspektive, Paradigma? Postkoloniale Debatten und die Erinnerung an den Holocaust
  • 10.05.2022 | Prof. Dr. Moshe Zimmermann (Jerusalem): Wie viel Israel gehört zum Antisemitismus?
  • 17.05.2022 | Prof. Dr. Hans Beck (Münster): Noch einmal zu Decolonizing Classics
  • 24.05.2022 | Prof. Dr. Thomas Sandkühler (Berlin): Restitution von kolonialzeitlicher Kunst: eine nationale Debatte?
  • 31.05.2022 | Prof. Dr. Robert Traba (Warschau): Nation: das neue Paradigma gegenwärtiger Erinnerungs- und Geschichtskultur?
  • 14.06.2022 | Prof. Dr. Christoph Dartmann (Hamburg): Politisches Engagement, konservative Identitätspolitik und ‚Wissenschaftsfreiheit‘
  • 21.06.2022 | Prof. Dr. Gabriele Metzler (Berlin): Kaiserreich revisited. Anmerkungen zu einer Kontroverse
  • 28.06.2022 | Prof. Dr. Christina Brüning (Marburg): Wie politisch darf die Geschichtsdidaktik sein?
  • 05.07.2022 | Prof. Dr. Peter Geiss (Bonn): Wie „sinnstiftend“ soll Geschichte sein? Historisches Lernen und Geschichtskultur zwischen Kritik und Affirmation
  • 12.07.2022 | Prof. Dr. Sabine Hübner (Basel): Klimageschichte und Geschichtswissenschaft – eine überfällige Kontroverse?