Die Zukunft des Bauschuttrecycling: Tiefbauamt Münster lädt Fachleute zu Diskussion

Dass Straßenbau aufwändig ist und lange dauert, stellen auch Münsters Autofahrer immer wieder fest. Dass aber nicht nur eine Trasse geschoben wird, Schotter aufgeschüttet und dann fix asphaltiert wird, haben die Fachleute im Tiefbauamt bei Planung, Ausschreibung und Fertigstellung von Straßen mit zu bedenken. Mit einem Aspekt der Theorie des Straßenbaus, der Verkehrsteilnehmern wohl kaum bekannt sein dürfte, befassten sich jetzt zum ersten Mal Bau-Profis ausführlich: "Die Zukunft des Bauschuttrecycling".

Das Tiefbauamt der Stadt Münster hatte gemeinsam mit dem Baustoffverband vero-FG Recycling-Baustoffe NRW eingeladen und mit Fachvorträgen sowie einer lebhaften Podiumsdiskussion mit Vertretern aus Verwaltung, Bauwirtschaft, Produzenten und einer Vertreterin des Landesumweltministeriums das Thema beleuchtet. Über 100 Gäste aus ganz NRW kamen nach Münster. Ein Schwerpunkt war der rechtliche Rahmen der Verwertung mineralischer Bauabfälle, zumal die Bundesländer unterschiedliche Verordnungen formuliert haben und eine bundeseinheitliche Regelung noch aussteht.

Einigkeit herrschte darüber, dass Bauschuttrecycling zur Schonung natürlicher Ressourcen beiträgt. Bei einer Verwertungsquote von knapp 95 Prozent für die unterschiedlichen "Fraktionen" der Bauabfälle gelange man nahe an geschlossene Stoffkreisläufe und erfülle schon jetzt mehr als die 70 Prozent, die eine EU-Abfallrahmenrichtlinie zukünftig fordern werde.

Jahr für Jahr fallen in Deutschland rund 80 Millionen Tonnen Bauschutt, Straßenaufbruch und Baustellenabfälle sowie rund 140 Millionen Tonnen Bodenaushub an. Die Verwertung der mineralischen Abfälle erfolgt überwiegend im Straßenbau oder bei Verfüllungen und im Landschaftsbau.

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