Zum 110. Geburtstag Tönne Vormanns zeigt Heimatverein Wolbeck sein reiches Spektrum in Wort, Bild u

Münster-Wolbeck. Über Westfalen hinaus war Tönne Vormann (1902 bis 1993) bekannt, ein Heimatdichter und Sänger, Maler und Zeichner, besonders für sein plattdeutsches Werk bekannt. Zu seinem 110. Geburtstag hatte am Freitag der Heimatverein Wolbeck in der Vortragsreihe „Wolbecker Geschichte und Geschichten“ einen prall gefüllten Abend im Rittersaal des Drostenhofes organisiert  – und zeigte auch einige weniger bekannte Seiten von Vormann, der 1948 nach Wolbeck zog und dort 35 Jahre in seinem „Hüesken“, anfangs eine Baracke  mit zwei Zimmern,  am Busch wohnte.

Nach aufwändiger Recherche schilderte Alfons Gernholt Stationen einer erlebnisreichen Biographie. Bernhard Roer erzählte, was er als Kind mit den Vormanns erlebte – denn über Roers Telefon, damals eine Rarität in Wolbeck, lief mancher Kontakt Vormanns zum Rundfunk.
„Anstrengend“ sei das Buch „Der Weg zur Sonne“, über 300 Seiten stark, berichtete Bernhard Karrengarn von einer ausgiebigen Lese-Wanderung mit dem Buch; es vereine in der Geschichte des wandernden Künstlers, der den Mädchen nachstellt, Philosophisches und Theologisches, auch Betrachtungen zur Kunst. Und ein Bekenntnis zur Heimat: „Wer seine Heimat lieben will, muss erst einmal in die Ferne ziehen“, schreibe Vormann.
Zu den Klängen von Karrengarns Gitarre konnte das Puplikum auch dies und jenes mitsingen. Den plattdeutschen Text zauberte der Computer auf die Leinwand.

Aus den Schilderungen des „passionierten Waidmannes“ las Alfons Gernholt. Da gehörte auch Vormanns Zeichnung vom Kopf eines zahmen Rehkitzes dazu. Das Stück „Reine Männersache“ trug Egon Becklas vor, Josef Leifert ein Gedicht vom Jagen. Erst im Nachlass entdeckt worden ist die humorvolle Geschichte „De erste Sünteklaos“. Sprachmächtig war Vormann auf auf Hochdeutsch, zeigte ein Texte über das Ruhrgebiet. Zu sehen waren im Rittersaal auch, teils auf der Leinwand, teils von Galeristen mitgebracht, Bilder, Zeichnungen und Radierungen vom Tönne Vormann.  Nach dem zweistündigen, kurzweiligen Programm gab es reichlich Applaus von den 70 Gästen für das Team – und den schöpferischen Wahl-Wolbecker Vormann.
Zugegen waren auch das Ehepaar Helmut und Karola König, Verwalter des Nachlasses, das in der Galerie König am Kesslerweg in Münster eine Werkschau durch das künstlerische  Schaffen Vormanns ausstellt.

http://www.galeriekoenigmuenster.de/

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