Reallabor stellt Zukunft der Wolbecker Straße zur Diskussion

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Claudia Kiso vom Umweltbundesamt besucht die Wolbecker Straße / Diskussionstage am Wochenende auf dem Hansaplatz / Strategieplan als nächster Schritt

Münster (SMS). Wie können Zukunftsvisionen für die Wolbecker Straße aussehen? Seit vergangenen Montag machen gelbe Markierungen auf der Fahrbahn, temporäre Beschilderungen auf dem Gehweg, Sitzmöbel anstelle von Pkw-Stellplätzen diese Visionen deutlich und stellen sie zur Diskussion. Um hierfür Platz zu schaffen, haben Zufußgehende Geh- und Radweg zur Verfügung, Radfahrende werden auf die Fahrbahn geleitet – und dort gilt für sie sowie auch für den motorisierten Verkehr Höchsttempo 20. Noch bis Sonntag, 26. September 2021, läuft das Reallabor und nimmt eine Länge von knapp 400 Metern ein.

„Genau solche Aktionen sind der Weg nach vorne. Die Wolbecker Straße ist ein sehr konkretes Beispiel, hier befindet man sich auf Planungsstufe Null und greift als ersten Schritt partizipativ die Bedürfnisse der Nutzenden auf“, sagte Claudia Kiso vom Umweltbundesamt. Die Nationale Koordinatorin der derzeit laufenden Europäischen Mobilitätswoche besuchte am Mittwoch Münsters Verkehrsversuche. Sie machte auch Zwischenstation am Reallabor.

Infomobil als Anlaufstelle des Reallabors

Claudia Kiso informierte sich am Infomobil auf dem REWE-Parkplatz bei Stadtbaurat Robin Denstorff über das Projekt Wolbecker Straße: „Hier sprechen wir offen über unterschiedlichste Ansätze, die Wolbecker Straße künftig anders zu gestalten. Wir sammeln Meinungen, verdichten sie und stellen sie anschließend wieder zur Diskussion“, so Denstorff. Das Infomobil ist Herzstück des Reallabors und gerade zur Mittagszeit zwischen 12 und 14 Uhr ein beliebter Treffpunkt. Fachleute aus Münsters Verwaltung kommen hier ins Gespräch mit Anwohnenden und Nutzenden der Wolbecker Straße, die umliegenden Gastronomiebetriebe sorgen für einen Snack.

Noch bis einschließlich Samstag, 25. September 2021, können alle, die die Wolbecker Straße nutzen, ihre Meinungen, Interessen und Zukunftsvorstellungen einbringen. Den Umbau des Straßenraums flankieren zahlreiche Beteiligungsformate. Umgesetzt werden sie vom Reallabor-Team – den von der Stadt Münster beauftragten Büros Urban Catalyst (Berlin) und modulorbeat (Münster).

Mitmach-Formate im Reallabor an der Wolbecker Straße täglich

Um ins Gespräch zu kommen, lädt das Team täglich von 10 bis 18 Uhr zu Mitmach-Formaten ein. Neben dem Mittagstisch gibt es eine interaktive Ausstellung unter der Eisenbahnbrücke. Mit Beteiligungskarten können alle Gäste ihre Einstellungen Wünsche zu den verkehrlichen Veränderungen schriftlich festhalten und die „Galerie der Visionen“ füllen. Außerdem nutzen Inhaberinnen und Inhaber von Geschäften und Gastronomie einige der nun freien Pkw-Stellplätze, um ihren Gästen besondere Angebote zu machen.

Am Samstag, 25. September 2021, wandert das Info-Mobil zum Abschluss auf den Hansaplatz zwischen Wolbecker Straße und Hansaring – hier laufen die Diskussionstage des Projekts. Nach dem Mittagstisch von 12 bis 14 Uhr beginnt am Samstag die Ideenwerkstatt, um 16 Uhr eröffnet die Ausstellung zu den Ergebnissen des Reallabors Wolbecker Straße. Sie ist auch am Sonntag 26. September, von 10 bis 14 Uhr auf dem Hansaplatz zu sehen.

Danach wird auf der Wolbecker Straße zunächst alles beim Alten bleiben. Die Resultate des Reallabors aber fließen in einen Strategieplan ein. Und der wird zum Vorentwurf für die Umgestaltung des Straßenraums. So könnte die Wolbecker Straße künftig den Bedürfnissen ihrer Nutzerinnen und Nutzer deutlich näher kommen, als es derzeit der Fall ist.


Foto: Tauschten sich am Infomobil an der Wolbecker Straße aus über Münsters Verkehrsversuche und das Reallabor: (v.l.) Claudia Kiso, Nationale Koordinatorin der Europäischen Mobilitätswoche im Umweltbundesamt, Stadtbaurat Robin Denstorff und Michael Milde vom Amt für Mobilität und Tiefbau. Stadt Münster/Michael C. Möller.