Alumni-Tag 2018 an der WWU Münster Erste Botschafter ernannt, Zeitreise zurück nach "1968"

Alumni-Tag 2018 an der WWU Münster Erste Botschafter ernannt, Zeitreise zurück nach "1968"
Alumnitag 2018 der WWU Münster im Fürstenberghaus. Foto: A. Hasenkamp.

Zuletzt aktualisiert 10. Juli 2018 (zuerst 7. Juli 2018).

Münster. Beim Alumni-Tag 2018 an der WWU Münster gab es eine Zeitreise: Der Historiker Professor Dr. Thomas Großbölting führte im Fürstenberghaus etwa 250 Gäste in „Das andere 1968. Die Protestbewegung global – national – lokal“. Die Gäste hatten `68 zum Teil in Münster erlebt – „In Münster gab es auch einen Weiberrat!“ – oder kamen wenige Jahre später in die „akademische Provinz“.
Hanswilhelm Bach hat 1970 noch etwas mitbekommen von den 68ern – und nimmt ihnen immer noch übel, dass damals Vorlesungen bestreikt wurden. „Sonst hätte ich ein halbes Jahr gespart.“ Promoviert hat der Chemiker dennoch und später eine der ersten Regionalorganisationen der Alumni der WWU gegründet, im Rhein-Main-Gebiet. Eine besonders aktive, merkt Petra Bölling von der Stabsstelle Universitätsförderung an. Gut erinnert Bach sich an das Plotten der Kurven damals im Rechenzentrum. Weil die so zackelig waren, akzeptierte sein Doktorvater die Plotter-Ausdrucke nicht. „Die musste ich alle von Hand nachzeichnen.“ Von Schreibmaschinen-Schrift hielt der Doktorvater auch nichts: Handschriftlich musste es sein.
Heute sei Handschriftliches nicht mehr erlaubt, wirft Dr. Nora Kluck ein, die Projektkoordinatorin des Alumni-Clubs der WWU Münster in der Stabsstelle Universitätsförderung.
Annegret Bach, die Frau des Chemikers, studierte katholische Theologie, für sie war die Schreibmaschine gesetzt. Aber sie habe alles zunächst per Hand erarbeitet, erst dann die Maschine genutzt, sagt Annegret Bach. Und dann wegen Tippfehlern die ganze Seite neu schreiben zu müssen, das ärgerte sie. Zunächst per Hand schreiben – „das mache ich heute noch“, und zwar mit Bleistift. „Ich find’s angenehm.“
1975 sei schon ganz anders gewesen als 1965, so der Historiker. Dafür spricht auch die Erfahrung von Ursel Joest und Monika Bextermöller.
Joest studierte Lehramt auf Primarstufe ab 1975. Sie kam aus Wesel und war von Münster erst einmal geschockt – vom Treiben an der Siemensstraße, dem Straßenstrich, sagt sie. Aber das Zusammenwohnen mit ihrem Freund und späteren Ehemann sei schon kein Problem mehr gewesen. Sie habe aber auch „ein liberales Elternhaus gehabt“. Später sei sie „Münster treu geblieben“.
Heute hätten es die Studenten schwerer – damals habe es mehr freie Zeit gegeben.
So sieht es auch Bextermöller. Aus Greven kam sie 1976, sie wohnte daheim – das Studentenleben habe sie verpasst. Sie habe sich als Frau nicht benachteiligt gefühlt, sagt sie, die ebenfalls Lehramt studierte. Der Bio-Professor habe, wenn jemand nicht aufpasste, mit Kreide geschmissen und mit dem Schwamm.

Alumni-Club der WWU

Die Grenze von 17.000 Mitgliedern habe der Club vor kurzem „geknackt“. Die Mitgliedschaft ist kostenlos. Etliche spenden allerdings; das ermöglicht auch ProTalent-Stipendien. Interessant sei das gerade für Spender, die so ein wenig vom heutigen Forschen mitbekommen wollen.
Beim Alumni-Tag 2018 ernannte Rektor Professor Dr. Johannes Wessels zwei WWU Ambassadors im Rahmen der Forscher-Alumni-Strategie: Die Professores Daniela Bonnano aus Italien und Fernando de Lima Neto aus Brasilien.
Erstmals hatte der Club einen Brunch vor dem Fürstenberghaus organisiert. Den Nachmittag füllten Führungen und Vorträge.

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