Achatius-Bruderschaft verabschiedet neue Regeln, weist Protokoll zurück

Zuletzt aktualisiert 30. Dezember 2015.

Münster-Wolbeck. Richtig heiter waren die 104 Achatius-Brüder auf ihrer Generalversammlung erst, als Oberst Hugo Runtenberg die gute Bilanz des Kinderschützenfestes vorstellte. Der gute Zuspruch von Kindern und Familien zum reichhaltigen Programm von Geschicklichkeitsspielen bis zum Clown sorgte für Zufriedenheit.

Für die Organisation gab es viel Lob für das Offizierskorps und besonders die Frauen. Lebhaftes Interesse an diesem Nachwuchs bekundete gleich ein Gastredner der Achatius-Brüder, der 1. Scheffer der Nikolai-Bruderschaft, Rainer Schulz. Seine Hellhörigkeit ist begründet, denn die Bruderschaft der Jüngeren drücken die hohen Fixkosten für Zelt und andere Ausgaben, denen weit weniger Aktive gegenüberstehen als bei der Achatius-Bruderschaft.

Die Generalversammlung stimmte am Ostermontag, 9. April 2007, zu, in einem gemeinsamen Ausschuss über die Möglichkeiten der Nikolai-Bruderschaft nachzudenken, auch in fünf Jahren noch ein attraktives Vogelschießen und eine Fest-Veranstaltung anzubieten. Denn, so warb Schulz im Beisein von König Gerald Plenter und dem 2. Scheffer Norbert Möllers, die 1529 gegründete Bruderschaft will auch zeigen, dass sie noch etwas darstellt in Wolbeck.

Ein gemeinsames Fest der zwei Bruderschaften mit getrenntem Schießen ist eine Option von mehreren. Der Ausschuss soll allerdings „ergebnisoffen“ beraten, betonte Karl-Heinz Schapmann, 1. Scheffer der Achatius-Bruderschaft. Und die Nikolai-Brüder müssen sich unter sich einig werden, wohin die Reise gehen soll. Gelegenheit dazu besteht am kommenden Sonntag bei der Generalversammlung der Nikolai. Die Nikolai-Bruderschaft lädt alle Wolbecker am 30. April zum „Tanz in den Mai“ auf dem Hof Heimann ein.

Vogelschießen der Achatius-Brüder vom 9. bis 12. Juni 2007

Das Vogelschießen der Achatius-Brüder findet vom 9. bis 12. Juni 2007 statt. Reibungslos verabschiedete die Versammlung die in den letzten drei Jahren in 13 Sitzungen erarbeiteten neuen Regeln. 1981 waren sie das letzte Mal gebündelt worden. 2004 hatte der damalige 1. Scheffer Willi Osthues Änderungen im Schützenfestablauf und Diskussionen über fehlenden Nachwuchs zum Anlass für eine Überarbeitung genommen. Für die Arbeit wählten die Brüder damals Hermann Bäumer, Heinrich Richter, Michael Wortmann, Hugo Runtenberg, Antonius Markfort und Willi Osthues. Präses Dr. Siegfried Kleymann und die jeweiligen amtierenden 1. Scheffer waren ebenfalls Mitglieder des Ausschusses. Dieses waren: Wilbernd Jäger (2004-2005), Wolfgang Schmidt (2005 bis 2006) und Karl-Heinz Schapmann (2007 bis 2008). Die neue Fassung, laut Schapmann „in zum Teil heftigen Diskussionen“ und „sehr guter und konstruktiver Zusammenarbeit“ erarbeitet, erleichtere nun den Überblick. Auch hier wusste die Bruderschaft, was sie an der Unterstützung der Frauen hat, und dankte mit Blumensträußen. Eine der Änderungen betrifft die passive Mitgliedschaft der Ehefrauen. Sie bleibt nun auch nach Trennung des Bruders bestehen. Bei Witwen war dies schon zuvor so.

Amt des Bruderschaftsdieners noch offen

Das Amt des Bruderschaftsdieners konnte auch nach fünfjähriger Suche nicht besetzt werden, gab Schapmann bekannt. Franz Schwegmann warb eindringlich für das Amt, dessen Träger nicht zuletzt den Kontakt zum Nachwuchs pflege. Rolf Linnemann übernimmt als Archivar die Aufgabe, das zum Teil verstreute und nicht gesicherte Eigentum und Dokumente zu katalogisieren. Linnemann bat die Brüder, doch daheim nach fünf im 19. Jahrhundert verzeichneten Vorderladern zu suchen.
Abgewiesen wurde das Protokoll. Der 1. Scheffer verwies auf offene Fragen und die späte Vorlage des Protokolls am Gründonnerstag. Die Brüder stimmten ihm zu und gaben dem Protokollführer Gelegenheit, Änderungen vorzunehmen und zu erläutern. Ein Teil betrifft die Erneuerung der Schießanlage; hier seien nicht alle Auflagen des Gutachters zeitgerecht umgesetzt worden. Das habe das Offizierskorps inzwischen erledigt. Auf Missfallen stieß auch, dass in das bislang handschriftlich geführte Leder-Protokollbuch nun Computer-Ausdrucke eingeklebt worden waren.
Nach dem unerwarteten Ärger gab es auch Schönes zu verteilen. Vom Erlös des Kinderschützenfestes spendet die Bruderschaft 350 Euro an ein Schulprojekt des Ökumenischen Eine-Welt-Kreises St. Nikolaus in Nepal. Der ÖWK sieht sich unerwartet in der Zwangslage, dort Lehrergehälter zu finanzieren.

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Bald gibt es die Regeln der Achatius-Bruderschaft in neuer Fassung: Der Ausschuss, hier mit der Ausgabe von 1981, erarbeitete sie in dreizehn Sitzungen. Beteiligt waren Willi Osthues (v.l.), Antonius Markfort, Hugo Runtenberg, Hermann Bäumer, Präses Dr. Siegfried Kleymann, der 1. Scheffer Karl-Heinz Schapmann mit seinen Vorgängern (nicht im Bild) Wilbernd Jäger und Wolfgang Schmidt sowie Heinrich Richter und (nicht im Bild) Michael Wortmann. Foto: -anh-.

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