Achatius-Nikolai-Bruderschaft legt 2022 wieder los

Achatius-Nikolai-Bruderschaft legt 2022 wieder los
Klare Mehrheiten nach regem Meinungsaustausch prägten die Generalversammlung der Achatius-Nikolai-Bruderschaft Wolbeck.

Zuletzt aktualisiert 26. April 2022 (zuerst 20. April 2022).

Volle Generalversammlung vor verändertem Schützenfest 2022

Münster-Wolbeck (agh). Fast wars wie immer. Männerschwärme von der Tür, dann volle Tische bis hin zur Theke drinnen beim Krugwirt, der 1. Scheffer begrüßt, viele Stimmen melden sich, mal sind sie an der Reihe, mal bölken sie dazwischen, mal löst ein Geistesblitz Begeisterung und Gelächter aus. Anders war bei der Generalversammlung der Achatius-Nikolai-Bruderschaft die lange Liste der Verstorbenen, darunter zweimal der „Alte Mann“. Der Titel des nächsten Tagesordnungspunktes löste amüsierten Beifall aus, „Protokoll der Vorjahre 2018/2019, 2019/2020, 2020/2021“, kündigte Christian Wulfers ab, der 1. Scheffer, das Vorlesen teilte er sich mit Franz-Josef Schwegmann. „Das war eine harte Zeit“, sagt später Bernhard Thamm, der als König der Achatius,Bruderschaft neben Timo Sandfort saß, jenem der Nikolai, und bündelt damit das Bangen und Vorbereiten und erneute Absagen fast aller Veranstaltungen. Zweimal erklärte sich in der Pandemie das Offizierscorps bereit, seine sonst einjährige Amtszeit zu verlängern – dafür ernteten sie jetzt Applaus. So auch, in Abwesenheit, Willi Osthues, zu dessen Nachfolger als Bevollmächtigter die Brüder Udo Gerdes wählten.

Bruderschaft akzeptiert eine Veränderung, lehnt eine andere ab

Weitere Änderungen standen zur Diskussion, eine wird Realität, vorerst. Ob der nächsten Generalversammlung ein Vorschlag zum Abstimmen vorgelegt werden solle, den Fahnenschlag im Drostenhof aus den Statuten zu streichen? Die Schließung des traditionellen Ortes für Parade und Büschkesanstecken für die Öffentlichkeit war einigen übel aufgestoßen, daher der Antrag. Das Angebot aus dem Hause von Merveldt, für dieses Ereignis Park und Innenhof zu nutzen, stand, und keine Handvoll der Brüder war dagegen. „Damit täten wir uns keinen Gefallen“, sprach Hugo Runtenberg für die Mehrheit, „da müssen wir als Bruderschaft drüberstehen“. Dass einige angekündigt haben sollen, den Einmarsch zu verweigern, stimmte die anderen nicht um.

Vogelschießen nicht mehr „im Busch“?

Kontrovers war der Entschluss des Offizierscorps, das Schießen aus dem Busch an das Zelt neben der Feuerwache zu verlegen. Wulfers führte an, sonst müssten die Gelage teurer werden, nicht sofort angesichts der Ersparnisse nach zweimaligem Ausfallen des Vuogelscheitens, aber „in zwei, drei oder vier Jahren“, im Busch sei der Eichenprozessionsspinner, für manche die Entfernung zu groß. Das überzeugte noch nicht, man legte nach. Auf das in Wolbeck bisher übliche Ausschänken an zwei Standorten lasse sich kein Wirt mehr ein, Geld für die Bruderschaft bekomme man nicht, eher umgekehrt – das seien Realitäten überall ringsum. Dafür sei man nicht zahlreich genug, es rechne sich für den Wirt nicht. Mancher vermisst den Sonnenschutz des Blätterdaches. „Der nächste Vorstand entscheidet das“, so Wulfers. Die Anlage im Busch bleibe verfügbar.

2022 wird am Zelt geschossen. Womit denn, Schrot oder 6 Millimeter? „Nein, Dosenwerfen“, kontert Wulfers. Soll heißen: Schrot. Wie gehabt wird es im Zelt auch Live-Musik geben. Für unterwegs den Spielmannszug und die Ascheberger.
Bis zur Bierprobe als Auftakt der Schützenfest-Woche am 5.6.2022 ist noch viel Arbeit, etliche Jüngere müssen noch unter die Fahne der Bruderschaft, das Fahnenschlagen will geübt sein.