Spray-Aktion am Gremmendorfer Weg: Rätselhaftes um die Bäume

Spray-Aktion am Gremmendorfer Weg: Rätselhaftes um die Bäume 1
Wofür steht der lila Punkt auf dem Baum? Mechtild und Andreas Roth war die Aktion ominöser Männer auf dem Grundstück ihrer Nachbarn am Gremmendorfer Weg aufgefallen. Foto: A. Hasenkamp, Fotograf in Münster.

Münster-Gremmendorf. Das zog Kreise in den Einfamilienhäusern am Spaziergänger-Idyll Gremmendorfer Weg: Am Sträßchen, dass vom Böddingheideweg Richtung Loddenbach verzweigt, waren am Sonntag gegen elf Uhr zwei Männer unterwegs, einen Plan in der Hand und eine Spraydose.

Rot markierten sie einige Bäume und Bäumchen auf dem Stück vor dem Gelände, auf dem ein Neubaugebiet geplant ist, dem Beckamp. Das sahen Mechtild und Andreas Roth, Sprecher der dortigen Bürgerinitiative Gremmendorfer Weg, die sich gegen das Vorhaben ausspricht und gegen den Ausbau des Wegs.

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Was die Markierung zu bedeuten habe, wer sie denn seien und für wen tätig – die Frage hätten die Männer nicht beantwortet, erzählt Roth am frühen Nachmittag  den WN. Von der Stadt seien sie wohl nicht. Ein markierter Baum steht anscheinend auf privaten Grund – das Ehepaar Jeggle verwies die Männer von ihrem Grundstück und rief die Polizei. Die hatte dann eine Anzeige aufzunehmen: Wegen Hausfriedensbruch und Sachbeschädigung. Gleich rechts vom Gartentor des Ehepaares steht der Baum. Das sei nicht der einzige markierte Baum auf privatem Grund, sagt Roth. Die Anwohner hatten zuvor einen Gutachter die Grenzen zwischen privatem und städtischem Grund vermessen lassen. Die Grenze verlaufe bei Jeggles etwa in der Mitte des Grabens; der markierte Baum stehe unzweifelhaft auf privatem Grund.

Rechts im Bild der lila markierte Baum.
Rechts im Bild der rot markierte Baum.

Nun machen sich die Roths und andere am Gremmendorfer Weg Sorgen. In der Mittagszeit kamen immer wieder Anwohner auf die Straße, bis zu zwölf auf einmal, sagt Roth. Ob wohl morgen jemand „mit der Motorsäge auftaucht“? Um vollendete Tatsachen zu schaffen?
Warum seien Bäume markiert, die nicht als zu fällen vorgesehen sind auf der Karte vom Januar 2015? Und umgekehrt? Eine andere Planungskarte hätten sie nicht bekommen. Überhaupt sei es schwer, an Informationen zu gelangen. Die Stadt verweise auf den privaten Investor.

Der Zeitpunkt der Markierung sei ebenfalls Grund für Fragen. Erst am 11.11. habe der Rat, am 17.11. die Bezirksvertretung Südost in der Sache Ausbau des Weges entschieden – „Ich kann mir nicht vorstellen, dass jetzt schon ein Ausführungsvertrag zwischen Stadt und Investor vorliegt“.
Den Roths geht es nicht um die markierten Bäume allein: Aus dem schlichten, drei Meter breiten asphaltierten Weg werden sieben Meter, davon vier Meter Straße. Das gehe an die Wurzeln von etwa 60 Bäumen.

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