Verhülltes und Wiederentdecktes – Ostdeutscher Ostermarkt und Märchen lockten in den Drostenhof

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Märchenwelt wird enthüllt: Rapunzel, erzählt von Karin BrinkhauMünster-Wolbeck. Allerhand zu entdecken ist traditionell beim Ostdeutschen Ostermarkt im Drostenhof in Wolbeck. Der verband sich auch an diesem Samstag wieder mit einer Märchen-Aufführung. Diese Kombination zog am Samstag Senioren wie Kinder in das Westpreußische Landesmuseum. Bei manchem muss man näher hingucken, anderes zieht das Interesse dadurch auf sich, dass es verhüllt ist.

Ostdeutsche Spezialitäten und Handgemachtes auf dem Ostdeutschen Ostermarkt

Ostdeutsche Spezialitäten und Handgemachtes versprach der Ostermarkt. Hausgemachtes Griebenschmalz und Kuchen nach hinterpommerscher Art gab es bei Emmi Bäcker zu probieren, die aus der Nähe von Schlochau kommt. Aber auch Brauchtum zu Ostern zu lesen: Am Ostermorgen gingen die Kindern mit Osterruten aus noch nicht ausgetriebenen Birkenreisern zu den Geschwistern zum Osterstiepen: „Stiep, stiep, Osterei, ich bitte um ein Kakel-Ei, gibst du mir kein Oster-Ei, stiep ich dir das Hemd entzwei“. Und wer sich für Sprache interessierte, konnte sich an Sütterlin versuchen. Die Sudetendeutschen präsentierten Gunzlauer Töpferkunst, die Danziger neben bemalten und beschriebenen Osteiern Hochprozentiges: Kurfürsten Kräuterlikor und das Goldwasser mit echtem Blattgold. Allerhand zu Lesen gab es bei den Ostpreußen, aber auch Gehäkeltes.

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Märchenhaft erzählt: Karin Brinkhaus entführte in die Märchenwelt von Rapunzel

Kurz vor halb vier kam ein großer Schwall Kinder, den  Roswitha Möller vom Bund der Vertriebenen in Münster eine Weile aufzuhalten versuchte: Die Stunde schlug für ein Märchen. Eingeladen hatte die Kulturreferenten des Westpreußischen Landesmuseums, Magdalena Oxfort. Ein hauchdünner Schal verhängte den Durchgang zur Rittersaal; hier erwartete Karin Brinkaus die Kinder, Eltern und Großeltern. „Wir fassen uns an der Hand“ – ein Lied bereitete den Einzug vor. Ein Glockenbimmeln, der erste Schleier fiel. Da war das Geheimnis noch nicht gelüftet: Auch die sechs Meter lange Landschaft des Märchenlandes war verhüllt, nur Konturen waren zu erahnen. Gern sangen die Kinder noch ein Frühlingslied mit Brinkhaus, dann riefen sie gemeinsam die Märchenfrau. „Rapunzel“, ein Märchen der Gebrüder Grimm, hatte Brinkhaus vorbereitet. Sie sprach  mit zarter Stimme – das war kein Problem, alle waren mucksmäuschenstill.

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