Gesangsschüler bringen „Die Zauberflöte“ als modernes Märchen ins Kant

16. Februar 2014 Aus Von Andreas Hasenkamp

Münster-Hiltrup. Eigentlich sind es Gesangsschüler, die am Sonntag „Die Zauberflöte als modernes Märchen“ auf die Bühne des Kant-Gymnasiums brachten. Aber auch ihre schauspielerischen Leistungen konnten sich sehen lassen. Foto-Strecke zu Kultur in Münster: Zauberflöte als modernes Märchen in Hiltrup

Seinen Ausgang nimmt das Märchen aus dem Kinderzimmer: Drei gelangweilte Knaben fordern ihren Papa zu einem Märchen auf – Papa-Geno ist geschaffen. Später treiben die drei mit ihrem Wunsch nach „mehr Liebe“ das Geschehen weiter, um schließlich selbst Rollen im Märchen zu übernehmen. Eine frische Idee, die Mozarts Meisterwerk sein Wesen lässt, es dezent modernisiert – Sarastro muss sich anhören, seine Hausmütterchen-Sicht von Frauen sei dem 21. Jahrhundert unangemessen. Die Zauberflöte bringt die „Sklaven“ zur Verzückung und zu einem Tänzchen – ein charmanter Weg, die Wirkung der namensgebenden Flöte zu inszenieren.

Die Aufführung rief Respekt und Bewunderung hervor. Das sei für   Laien sehr beachtlich, sagte ein Zauberflöten-Kenner und -Liebhaber nach dem ersten Part, und Werner Coenen, lange Jahre Regisseur eines Laien-Theaters, war voller Anerkennung: Das habe er nicht erwartet. Als besonders gute Stimmen stachen Ruth Bettels als Pamina und Bettina Meier als Königin der Nacht heraus. Nebst den „drei Knaben“ Claire Atzpodien, Mathilde Winter und Natascha Weigang. Anklang fand auch die wirksame Inszenierung mit minimalen Mitteln: Ein Sofa, Kissen, eine Decke und Spielzeug stellen das Kinderzimmer dar, die Bühne schafft zwei Ebenen – dazu ein schwarzer Vorhang, der Kostüme und Maske um so besser zur Geltung kommen lässt. Der Rest ist dem Ausdruck der Darsteller überlassen – die ihre Aufgabe gut bis sehr gut erfüllten.  Es war eine Einheit von Text, Gesang und Spiel. Regie führte Doris Engel, Regisseurin und als Lehrerin in Marl tätig. Sie ist  wie alle Aufführenden eine Gesangsschülerin von Ulrike Meyer-Krahmer, die die Gesamtleitung ausübte. Am Kant-Gymnasium ist Meyer-Krahmer für Stimmbildung zuständig. Auch eine Lehrerin des Kant war unter den Sängerinnen. Das Orchester übernahm Werner Marihart am Klavier, ergänzt vom „lebenden Glockenspiel“ Felix Stöppler.

Mit der Inszenierung habe sie sich, sagte Meyer-Krahmer den WN, einen 25 Jahre alten Traum erfüllt. Als sie den Kontakt zu Engel wiederfand, konnte der Traum im gut besetzten Saal des Kant-Gymnasiums bezaubernde Gestalt annehmen.