Gesangsschüler bringen „Die Zauberflöte“ als modernes Märchen ins Kant

Münster-Hiltrup. Eigentlich sind es Gesangsschüler, die am Sonntag „Die Zauberflöte als modernes Märchen“ auf die Bühne des Kant-Gymnasiums brachten. Aber auch ihre schauspielerischen Leistungen konnten sich sehen lassen. Foto-Strecke zu Kultur in Münster: Zauberflöte als modernes Märchen in Hiltrup

Seinen Ausgang nimmt das Märchen aus dem Kinderzimmer: Drei gelangweilte Knaben fordern ihren Papa zu einem Märchen auf – Papa-Geno ist geschaffen. Später treiben die drei mit ihrem Wunsch nach „mehr Liebe“ das Geschehen weiter, um schließlich selbst Rollen im Märchen zu übernehmen. Eine frische Idee, die Mozarts Meisterwerk sein Wesen lässt, es dezent modernisiert – Sarastro muss sich anhören, seine Hausmütterchen-Sicht von Frauen sei dem 21. Jahrhundert unangemessen. Die Zauberflöte bringt die „Sklaven“ zur Verzückung und zu einem Tänzchen – ein charmanter Weg, die Wirkung der namensgebenden Flöte zu inszenieren.

Die Aufführung rief Respekt und Bewunderung hervor. Das sei für   Laien sehr beachtlich, sagte ein Zauberflöten-Kenner und -Liebhaber nach dem ersten Part, und Werner Coenen, lange Jahre Regisseur eines Laien-Theaters, war voller Anerkennung: Das habe er nicht erwartet. Als besonders gute Stimmen stachen Ruth Bettels als Pamina und Bettina Meier als Königin der Nacht heraus. Nebst den „drei Knaben“ Claire Atzpodien, Mathilde Winter und Natascha Weigang. Anklang fand auch die wirksame Inszenierung mit minimalen Mitteln: Ein Sofa, Kissen, eine Decke und Spielzeug stellen das Kinderzimmer dar, die Bühne schafft zwei Ebenen – dazu ein schwarzer Vorhang, der Kostüme und Maske um so besser zur Geltung kommen lässt. Der Rest ist dem Ausdruck der Darsteller überlassen – die ihre Aufgabe gut bis sehr gut erfüllten.  Es war eine Einheit von Text, Gesang und Spiel. Regie führte Doris Engel, Regisseurin und als Lehrerin in Marl tätig. Sie ist  wie alle Aufführenden eine Gesangsschülerin von Ulrike Meyer-Krahmer, die die Gesamtleitung ausübte. Am Kant-Gymnasium ist Meyer-Krahmer für Stimmbildung zuständig. Auch eine Lehrerin des Kant war unter den Sängerinnen. Das Orchester übernahm Werner Marihart am Klavier, ergänzt vom „lebenden Glockenspiel“ Felix Stöppler.

Mit der Inszenierung habe sie sich, sagte Meyer-Krahmer den WN, einen 25 Jahre alten Traum erfüllt. Als sie den Kontakt zu Engel wiederfand, konnte der Traum im gut besetzten Saal des Kant-Gymnasiums bezaubernde Gestalt annehmen.

Bitte gib der Seite ein

Verwandte Inhalte:

  • Münster-Wolbeck. Ganz lehrerfrei inszenieren fünfzehn Schülerinnen und Schüler des Gymnasiums Wolbeck das Stück „Erziehungssache“. Der eingebildete Kronprinz Otto muss plötzlich die Nachfolge des Vaters antreten. Die fehlenden Fähigkeiten trichtern ihm Lehrer ein, bis das Volk einem harten Herrscher huldigen kann. Ein Stück mit Ironie und Sarkasmus, so Michael Westerburg, der…
  • Münster-Wolbeck.  „Da kommt der Münsterländer noch mal ein bisschen ins Schwitzen, bei so viel Text“ - sagt Workshop-Leiterin Bea Nyga im Pfarrheim St. Nikolaus. Kein Widerspruch kommt – das Lied hat es ja wirklich in sich und Nyga ist selbst so eine Münsterländerin. Die in Köln wohnende Hiltruperin hat am…
  • Münster.-  Seit Wochen ausverkauft ist "Jazz Inbetween" am 6. Januar. Indes bleibt Musikfreunden ohne Ticket ein kleiner Trost: Wer sich rechtzeitig vor Konzertbeginn (18 Uhr)  in den Städtischen Bühnen an der Theaterkasse einfindet, kann mit Glück noch Karten ergattern.  Reservierte, aber nicht rechtzeitig abgeholte Eintrittskarten gehen zurück in den Verkauf. Info zu…
  • Münster-Wolbeck. „Etwas Schwungvolles“ hatte Organisator Dr. Reinhard Sappok ausgesucht und einen Wirbelwind gebracht. Boogie Woogie hieß einst auch Honky-Tonk, also „Kneipe“, weil er hauptsächlich dort gespielt wurde. In Wolbeck tobte der lebenslustige Stil am 10. September 2005 im Rittersaal des gräflichen Drostenhofs. Viele Eigenkompositionen und Arrangements hatten Christian Bleiming am…
  • Zum zweiten Mal sehr guten Zuspruch fand am 04.11.2007 in St. Nikolaus Wolbeck der „Kleine Chor Münster“. Mit Solo-Sängerinnen und Instrumental-Soli, Werken von Benjamin Britten bis zur Gospel-Messe hatte der Chor im Januar 2006 Wolbeck seinen ersten Besuch abgestattet, nun präsentierte der Projektchor im Rahmen der Wolbecker Reihe "Sonntags um…

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Follow by Email
RSS