Stummfilm, bewegt mit eigener Musik

Vorzüge der ein gutes Jahrhunderte alten Eigenarten des Stummfilms ergänzte die Musik von Arne Tigges, Kontrabass, und Guido Neumann, Klarinette. Foto: A. Hasenkamp, Fotograf in Münster.

Münster-Angelmodde. Ein Ausflug in Stummfilmzeiten war es, zugleich einer in die Landschaftsmalerei, obendrein ein Stück Kammerkonzert impressionistischer Art.
Am Sonntag sahen 14 Gäste im Pfarrheim von St. Bernhard ein Video von einer Reise von Antalya nach Kapadokien, gefilmt von Gudio Neumann, teils unterlegt von Musik, komponiert und gespielt von Neumann, Klarinette, und Arne Tigges, Kontrabass. Ein Teil ihrer Musik stammte aus früheren ihrer Kompositionen, ein Teil entstand für den Film.
Neumann hatte die Region im Januar 2012 eine Woche lang mit einem Reisebus durchfahren und durchgangen.
Besonders malerisch erschienen Landschaften, für die Neumann den Film digital bearbeitet hatte – mit einem speziellen Weichzeichner, der sie wie gemalt erscheinen lässt, und einem Farbeffekt. Kongenial verfremdet und abstrakt wirkten die Obertöne des Kontrabasses; die Klarinette steuerte eine orientalische Anmutung bei. Still wirken durfte der Tanz der drei Derwische; im Original begleitet ihn Musik.
Zur Einführung schilderte Neumann, wie mühselig die 1888 einsetzenden Versuche waren, das bewegte Bild mit passendem Ton zusammenzubringen. Dem kratzigen Grammaphon wurde vielfach die Life-Musik eines Klaviers vorgezogen. Anfänglich suchten die Regisseure sich Klänge zusammen, wo sie sie fanden, etwa im Jazz und in der Operette, bis schließlich Musik für Film-Sequenzen eigens komponiert wurde.
Die Gäste applaudierten herzlich für die ungewöhnlich Darbietung, ein Revival der komtemplativen Elemente des Stummfilms, individuell ergänzt um selbst geschaffene Musik.

Arne Tigges und Guido Neumann bei der Vor- und Aufführung von “Musik zum laufenden Bild”. Foto: A. Hasenkamp, Fotograf in Münster.

 

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